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Panorama Partei verkauft 100-Euro-Scheine für 80 Euro
Nachrichten Panorama Partei verkauft 100-Euro-Scheine für 80 Euro
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11:28 11.11.2015
Verschiedene Geldscheine (Symbolbild): "Die Partei" verkauft 100-Euro-Noten für 80 Euro das Stück. Quelle: Jens Wolf/dpa
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Berlin

Es klingt absurd. "Wir verkaufen Geld", schreibt "Die Partei" auf ihrer Internetseite. "100.000 Euro zum Preis von 80.000 Euro." Aber "Die Partei" meint es ernst. Sie verkauft bis Ende der Woche 100-Euro-Scheine – jeden Tag 200 Stück. Der Preis pro Schein beträgt 80 Euro. Der Käufer macht also 20 Euro Gewinn. Und bekommt noch zwei Postkarten dazu.

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Um einen 100-Euro-Schein zu erwerben, muss man sich bewerben. Das ist täglich zwichen 10 Uhr und 16 Uhr auf der Internetseite der Partei möglich. Gehen mehr als 200 Bestellungen an einem Tag ein, werden die Käufer unter den Teilnehmern ausgelost. "Anschließend werden Sie per Mail informiert, ob Sie zu den glücklichen Käufern gehören oder nicht", erklärt "Die Partei" auf ihrer Internetseite.

Sonneborn: Die Nachfrage unterschätzt

Am Montag gingen 19.200 Bestellungen ein, am Dienstag waren es knapp 15.000 – und damit mehr, als Partei-Vorsitzender Martin Sonneborn (50) erwartet hatte: Er habe "die Nachfrage nach Geld in unserem Land unterschätzt", sagte Sonneborn, der Mitglied des Europäischen Parlaments ist und früher Chefredakteur des Satiremagazins "Titanic" war.

Am Ende der Woche wird "Die Partei" insgesamt 100.000 Euro gegen 80.000 Euro eingetauscht haben. Und trotzdem geht sie davon aus, dass sich die PR-Aktion für sie rechnet. Hintergrund ist das deutsche Parteiengesetz: Für jede gewonne Stimme bei Wahlen bekommt eine Partei Geld vom Staat. Dieser Zuschuss dürfe aber die eigenen Einnahmen einer Partei nicht übersteigen, erklärt Sebastian Roßner, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Düsseldorf.

"Ihr Gewinn ist unser Gewinn"

Für "Die Partei" bedeutet das: Aufgrund ihrer Wahlerfolge stünden ihr rund 200.000 Euro zu, erklärt Sonneborn. Sie bekomme das Geld aber nicht komplett, weil sie zu geringe eigene Einnahmen habe. Mit dem Verkauf der Geldscheine will sie das ändern – und dadurch den maximalen Zuschuss nach dem Parteiengesetz erhalten. "Ihr Gewinn ist unser Gewinn", erklärt Sonneborn.

Es ist allerdings umstritten, ob die Bundestagsverwaltung die Erlöse aus dem Geldscheinverkauf als Einnahmen akezptiert. Sonneborn beunruhigt das nicht. "Wir blicken einer möglichen juristischen Auseinandersetzung mit großer Freude entgehen und können es uns auch leisten, vor Gericht zu verlieren", sagte er der "taz".

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