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Panorama Pegida als „Unwort des Jahres“ vorgeschlagen
Nachrichten Panorama Pegida als „Unwort des Jahres“ vorgeschlagen
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18:00 10.01.2015
Wird Pegida bald offiziell zum Unwort des Jahres 2014? Die Entscheidung der Jury wird am Dienstag bekannt gegeben. Quelle: dpa
Darmstadt

Das „Wort des Jahres 2014“ ist schon bekannt: „Lichtgrenze“, der Name für ein Berliner Kunstwerk, das die Emotionen 25 Jahre nach dem Mauerfall zum Ausdruck gebracht hat. Für das Gegenstück, das „Unwort des Jahres“, ist die Bezeichnung Pegida am zweithäufigsten vorgeschlagen worden. Der Name der Anti-Islam-Bewegung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ wurde 44-mal genannt, wie die Sprecherin der sprachkritischen Jury, Professorin Nina Janich von der Universität Darmstadt, der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Das „Unwort des Jahres 2014“ will die Jury an diesem Dienstag (13.1.) in Darmstadt bekanntgegeben. Der blutige Anschlag mutmaßlicher Islamisten auf das religionskritische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ in Paris könnte dabei auch eine Rolle spielen.

„Putin-Versteher“ liegt vorne

Am häufigsten genannt unter den Vorschlägen wurde „Putin-Versteher“ (60-mal), „Social Freezing“ liegt auf dem dritten Platz (29-mal). „Putin-Versteher“ ist die Bezeichnung für Unterstützer des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Ukraine-Konflikt. Da der Begriff einen Eigennamen beinhaltet, kommt er laut Janich als Unwort eher nicht in Betracht - aber ganz aus dem Rennen sei er aber auch wieder nicht. „Social Freezing“ steht für das Einfrieren von Eizellen, damit Frauen wegen der Karriere das Kinderkriegen auf später verschieben können.

Eine Überraschung ist möglich. Denn die Jury - im Kern vier Sprachwissenschaftler und ein Journalist - richtet sich nicht danach, welcher Begriff am meisten vorgeschlagen wird. Die Sprachkritiker wollen einen sensibleren Umgang mit Schlagworten in der Öffentlichkeit erreichen - und unabhängig entscheiden. Also könnten auch Begriffe wie „Veredelungswirtschaft“ oder „Gesinnungsterrorismus“ zum „Unwort“ werden.

Die Vorschläge, die in die Auswahl kommen, müssen bestimmte Kriterien erfüllen: Sie müssen gegen die Menschenwürde verstoßen oder gegen Prinzipien der Demokratie. Ins Rennen kommen können auch Formulierungen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die beschönigend, verschleiernd oder gar irreführend sind.

Unworte kamen zuletzt überraschend

Bei den vergangenen zwei „Unwort“-Wahlen hatten Begriffe den Zuschlag erhalten, die nicht oft vorgeschlagen worden waren. Zum „Unwort des Jahres 2013“ war „Sozialtourismus“ gewählt worden. Die Bezeichnung, die von manchen Medien und Politikern zur Stimmungsmache gegen unerwünschte Zuwanderer genutzt wurde, war nur dreimal eingereicht worden.

Für das Jahr 2012 entschieden sich die Sprachkritiker sogar für den nur einmal vorgeschlagenen Begriff „Opfer-Abo“ - eine im Zusammenhang mit Vergewaltigungsvorwürfen gemachte Äußerung, Frauen werde stets die Opferrolle zugesprochen.

Die Teilnahme an der Aktion hat leicht abgenommen. Für 2014 gingen 1246 Einsendungen mit 733 verschiedenen Vorschlägen ein. 2013 waren es 1340 Einsendungen gewesen, weniger als in den beiden Jahren davor. 2011 war ein Spitzenwert von 2420 Einsendungen erzielt worden. Zu Beginn der „Unwort“-Aktion 1991 hatte es weniger als 1000 gegeben, die Zahl hatte dann aber rasch zugenommen.

Von Joachim Baier/dpa

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