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Panorama Peine: 16 Verletzte bei schwerem Zugunglück
Nachrichten Panorama Peine: 16 Verletzte bei schwerem Zugunglück
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19:45 17.06.2010
Quelle: Michael Thomas
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Beim Zusammenstoß zweier Züge in Peine-Horst sind gestern am späten Abend um 23.30 Uhr 16 Menschen verletzt worden. Auf der Strecke Braunschweig-Hannover war ein Güterzug auf gerader Strecke kurz vor einer Brücke entgleist und hatte einen entgegenkommenden Regionalzug gerammt. Die Lok und die ersten beiden Doppelstockwagen des Personenzuges wurden durch die Wucht des Zusammenpralls aus den Gleisen gehoben, berichtete ein Polizeisprecher.

Die Waggons durchbrachen einen Gartenzaun und landeten im Vorgarten eines Wohnhauses an der Bahnstrecke. Ein Fahrgast alarmierte daraufhin vom Zug aus Polizei und Feuerwehr. Der Lokführer des Personenzuges wurde bei dem Zusammenstoß schwer am Bein verletzt, 15 der insgesamt 65 Fahrgäste erlitten leichte Verletzungen. Nach ersten Erkenntnissen blieb der andere Zugführer unverletzt.

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Wieso der mit Kies beladene Güterzug entgleiste, war zunächst völlig unklar. Die Bahnstrecke Braunschweig-Hannover wurde zwischen Vöhrum und Peine bis auf weiteres voll gesperrt, dia Aufräumarbeiten werden nach Angaben der Bahn noch Tage dauern. Auch die Bundesstraße 444 ist in Fahrtrichtung Hildesheim in Höhe der Abfahrt Horst gesperrt - Umleitungen sind ausgeschildert.

Weitere Infos von der Deutschen Bahn gibt es hier.

Die Bahn leitet derweil den Fernverkehr über Wolfsburg und den Regionalverkehr über Hildesheim um. Laut Angaben der Deutschen Bahn werden die Fernzüge (IC) über Wolfsburg umgeleitet und halten nicht in Peine, Braunschweig und Helmstedt. Die Nahverkehrszüge zwischen Hannover und Braunschweig werden über Hildesheim umgeleitet und halten nicht in Lehrte, Hämelerwald, Vöhrum, Peine und Vechelde. Die Deutsche Bahn hat einen Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Nach dem Zugunglück bei Peine bleibt die vielbefahrene Bahnstrecke Hannover-Braunschweig mindestens bis Montag gesperrt. Es sei ein Schaden in Millionenhöhe entstanden, teilte die Deutsche Bahn mit. Nach dem Zugunglück bleibt die vielbefahrene Bahnstrecke Hannover-Braunschweig mindestens bis Montag gesperrt. Es sei ein Schaden in Millionenhöhe entstanden, teilte die Bahn mit.

tk

Zugunglücke in Niedersachsen

Der Zusammenstoß der Züge in Peine ist dieses Jahr bereits der vierte schwere Bahnunfall in Niedersachsen. Bei den drei vorherigen Unfällen wurden insgesamt 16 Menschen verletzt. In den vergangenen 20 Jahren gab es in Niedersachsen zahlreiche schwere Unglücke. Der schwerste Zugunfall in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ereignete sich in Eschede (Kreis Celle). Am 3. Juni 1998 entgleiste der ICE Wilhelm-Conrad-Röntgen auf der Fahrt von Hamburg nach München. Mit Tempo 200 raste der Zug gegen eine Brücke. 101 Menschen starben, 88 wurden schwer verletzt. Unfallursache war ein gebrochener Radreifen.

Ein mit 31 Fahrgästen besetzter Transrapid stieß am 22. September 2006 auf der Testrecke im Emsland mit einen Werkstattwagen zusammen. 23 Menschen starben, zehn weitere wurden schwer verletzt.

Bei einem Frontalzusammenstoß zwischen einem Güterzug und einem Regionalexpress gerieten 1997 in Hannover-Anderten mehrere mit Diesel beladene Kesselwagen in Brand. Es entstand Schaden in Höhe von rund 13 Millionen Mark, 15 Menschen wurden verletzt.

Ein Güterzug entgleiste im November 1992 bei Northeim. Ein D-Zug aus Innsbruck fuhr in den Güterzug hinein, zahlreiche Waggons stürzten von einer Brücke. Elf Menschen starben, 52 wurden verletzt.

al

Weitere Infos der PAZ zum Unglück folgen.