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Panorama Pestizidfabrik bleibt auch 25 Jahre nach Katastrophe geschlossen
Nachrichten Panorama Pestizidfabrik bleibt auch 25 Jahre nach Katastrophe geschlossen
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15:22 27.11.2009
Die geplanten "Tage der offenen Tür" riefen in Indien Proteste hervor. Quelle: afp
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Der Minister für die Bhopal-Opfer im Bundesstaat Madhya Pradesh, Babulal Gaur, sagte, wegen der bevorstehenden Lokalwahlen werde nichts unternommen, was die Entscheidung der Wähler beeinflussen könnte. Dies schreibe das Gesetz vor, sagte Gaur. "Die Fabrik wird sicherlich geöffnet, aber vermutlich erst nach den Wahlen im Januar", versicherte er.

Gaur hatte vor zwei Wochen die einwöchige Öffnung der Anlage angekündigt, wo tausende Menschen Anfang Dezember 1984 durch den Austritt von Dutzenden Tonnen giftiger Gase ums Leben gekommen waren. Mit den "Tagen der offenen Tür" wollten die Behörden nach eigenen Angaben die Angst vor der Anlage abbauen helfen. Bislang hatten nur Experten und Ermittler Zugang zu der in den siebziger Jahren gebauten Pestizidfabrik der Union Carbide India.

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Nach Angaben der indischen Regierung starben bis zu 10.000 Menschen in den ersten drei Tagen nach der Giftgaskatastrophe, rund 100.000 weitere leiden demnach bis heute an den Spätfolgen. Menschenrechtsorganisationen sprechen von bis zu 30.000 Todesopfern. Auf dem Fabrikgrundstück lagern nach Angaben von Umweltaktivisten noch 5000 Tonnen giftiger Chemikalien, die den Boden und das Wasser in einem Umkreis von bis zu fünf Kilometern verseuchten. Die Pläne der Regierung, die Anlage tageweise zu öffnen, hatte bei den Opfervereinigungen scharfe Proteste ausgelöst.

afp