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Panorama Polizei sucht Leck zu Hells Angels
Nachrichten Panorama Polizei sucht Leck zu Hells Angels
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12:51 31.05.2012
Die Hells Angels wurden vermutlich vor der Razzia in Berlin gewarnt. Quelle: dpa
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Berlin/Potsdam

Nach den Razzien bei den Hells Angels in Berlin und Potsdam sucht die Polizei nach der Ursache für ein Informations-Leck. Die Rocker wurden vermutlich vorgewarnt und erhielten Hinweise auf die Polizeiaktion in Berlin. Deshalb wird ermittelt, ob der Geheimnisverräter aus den Reihen der Polizeibehörde kommt.

Innensenator Frank Henkel (CDU) sagte am Mittwochabend im rbb-Fernsehen zur Panne bei der Razzia: „Ich bin jedenfalls entsetzt, da ich mir so was überhaupt nicht hätte vorstellen können.“ Dennoch bezeichnete er die Aktion gegen die Hells Angels als Erfolg. Der Berliner Senat verbot eine einflussreiche Hauptstadt-Gruppe des Rockerclubs. Der Berliner Grünen-Innenexperte Benedikt Lux sprach von einem „Ermittlungsgau“ – „den größten, den ich in den letzten zehn Jahren erlebt habe“.

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Zugleich entbrannte eine politische Debatte über den Umgang mit der gewalttätigen Rockerszene. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sieht derzeit noch nicht genügend Beweise für ein bundesweites Verbot von Rockerclubs. Der schleswig-holsteinische Innenminister Klaus Schlie (CDU) sagte zur einer Prüfung bundesweiter Verbote: „Ich denke, dass der Zeitpunkt da ist, das ernsthaft zu diskutieren“.

Nach Ansicht des Chefs der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, ist das das letzte Mittel. „Ein Verbot von Rockerclubs muss sehr genau überlegt werden“, sagte er der Zeitung „Die Welt“ (Donnerstag). „Was wir brauchen sind verdeckte Ermittler mit weitreichenden Kompetenzen, Razzien und Durchsuchungen.“ Wendt warnte gleichzeitig vor einer Eskalation der Rocker-Gewalt. „Es ist durchaus zu befürchten, dass die Rockerbanden in eine verstärkte bundesweite Auseinandersetzung kommen“, sagte er.

Auch in Norddeutschland hatte es in den vergangenen Tagen großangelegte Aktionen gegen Rocker gegeben. In Berlin durchsuchten am Mittwoch 550 Polizisten und Spezialeinsatzkommandos aus anderen Bundesländern Vereinslokale und etwa 30 verdächtige Wohnungen. Kurz danach durchsuchten je 100 Polizisten aus Berlin und Brandenburg ein Vereinsheim der Rocker in Potsdam. „Wir hatten Hinweise darauf, dass hier Personen auftauchen und es zu Absprachen kommt“, sagte der Sprecher der Polizeidirektion West, Torsten Ringel, am Mittwochabend der Nachrichtenagentur dpa, und: „Potsdam ist kein Rückzugsort für verbotene Organisationen.“

Je 100 Beamte aus Berlin und Brandenburg hätten das Heim sowie Fahrzeuge durchsucht und dabei Hieb- und Stichwaffen gefunden; darunter Macheten und Axtstiele. 21 Personen wurden dem Sprecher zufolge angetroffen, Festnahmen gab es nicht.

dpa

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