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Polizist liest Gaffern die Leviten: Lob aus Politik und sozialen Medien

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22:45 22.05.2019
Gaffer fotografieren immer wieder bei Unfällen und Rettungseinsätzen. Quelle: imago/Jochen Tack
Nürnberg

Auf der A6 stirbt am Dienstag ein Lastwagenfahrer, als er das Stauende übersieht. Noch am Unfallort erliegt der 47-Jährige seinen schweren Verletzungen. Und während die Einsatzkräfte die Unfallstelle sichern, zücken Menschen in vorbeifahrenden Autos ihre Handys und Tablets, um Fotos und Videos zu machen.

Stefan Pfeiffer, Leiter der Verkehrspolizei, ärgert das. Er konfrontiert die Gaffer mit ihrer Unsensibilität. „Wollen Sie die Leiche sehen? Hier, kommt, schau ihn dir an!“, sagt er zu zwei Lastwagenfahrern. „Du kannst ihn dir anschauen. Schäm dich!“ Zehn Wagen stoppte die Polizei wegen Gaffens, 128,50 Euro müssen sie nun zahlen.

Lob in sozialen Netzen

Das Video, dass Pfeiffer im Einsatz zeigt, verbreitete sich schnell in den Medien. Für die Aktion wird der Polizist gefeiert. Die Deutsche Polizeigewerkschaft lobte den Mann als „großartigen Kollegen“ und richtet ein „Bravo!“ an ihn. User bezeichnen Pfeiffer als „Held des Tages“, „Vorbildlich“ und schlagen ihn gar für den Bayerischen Verdienstorden und das Bundesverdienstkreuz vor.

Unterstützung kommt vom Innenministerium

Auch das Bayerische Innenministerium sprach allen Einsatzkräften Respekt aus. „Gaffen ist nicht nur pietätlos, es behindert die Arbeit der Rettungskräfte“, schrieb die Behörde auf Twitter. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte dem „Bayerischen Rundfunk“ (BR), das Verhalten des Polizisten sei mutig und eine angemessene Reaktion auf Gaffer nach einem Unfall. „Ich glaube, dass wir das Thema auch emotional angehen müssen.“

Gaffer müssen derzeit nur mit einem Bußgeld von 128,50 Euro rechnen. Über strengere Strafen wird allerdings diskutiert. Einige Nutzer der sozialen Medien halten das Verhalten von Stefan Pfeiffer nicht für angemessen seiner Position. Die Polizeigewerkschaft stellte allerdings bereits gegenüber dem BR klar, dass es sich nicht um einen Verstoß gegen die Dienstvorschriften handele.

Von RND/msk

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