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Panorama Polizisten bei Demo durch Splitterbombe verletzt
Nachrichten Panorama Polizisten bei Demo durch Splitterbombe verletzt
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19:17 13.06.2010
Quelle: Youtube
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Die beiden Polizisten, die am Samstag bei der Berliner Großdemonstration gegen Sozialabbau schwer verletzt wurden, sind mit einer Splitterbombe angegriffen worden. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Sonntag handelte es sich offenbar um einen selbst gebauten Sprengsatz, der möglicherweise mit Nägeln oder Glasscherben gefüllt war. Seinen Worten zufolge mussten den beiden Beamten verschiedene „Gegenstände“ herausoperiert werden. Er konnte allerdings nicht genau sagen, um was es sich handelte.

Berlins Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) verurteilte die Attacke. Es sei „ein krimineller Akt, der mit dem Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit nichts mehr zu tun hat“. Den beiden Beamten ging es laut Polizei am Sonntag wieder besser. Einer von ihnen werde voraussichtlich bereits in Kürze entlassen, sein Kollege werde allerdings noch einige Tage in der Klinik bleiben müssen, hieß es. Neben den beiden Schwerverletzten wurden durch den Angriff in der Torstraße 13 weitere Polizisten verletzt. Sie erlitten unter anderem Schnittwunden und Knalltraumata.

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Drei Demonstranten wurden unter dem Verdacht festgenommen, die Splitterbombe geworfen zu haben. Sie kamen in der Nacht zum Sonntag aber ebenso wieder auf freien Fuß wie vier weitere Teilnehmer des Protestmarsches, die wegen anderer Delikte festgenommen worden waren. Unter dem Motto „Die Krise heißt Kapitalismus“ waren am Samstag bis zu 20 000 Menschen durch die Berliner Innenstadt gezogen, um gegen Sozialabbau und das Sparpaket der Bundesregierung zu protestieren. Zu dem Protestmarsch durch die Berliner Innenstadt hatte das kapitalismuskritische Bündnis „Wir zahlen nicht für Eure Krise“ aufgerufen. Die Demonstranten hielten zahlreiche Plakate und Transparente hoch mit Forderungen wie „Verursacher der Krise zur Kasse bitten“. Parallel dazu fand auch in Stuttgart eine ähnliche Demonstration statt, an der ebenfalls tausende Menschen teilnahmen.

dpa