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Panorama Prinz Andrew muss um sein Amt als Handelsbeauftragter bangen
Nachrichten Panorama Prinz Andrew muss um sein Amt als Handelsbeauftragter bangen
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20:21 08.03.2011
„Sind Sie eine Peinlichkeit, Sir?“, fragten Journalisten Prinz Andrew, den zweitältesten Sohn von Queen Elizabeth II, als er zu einem Meeting schritt. Quelle: dpa

Eigentlich hatte dies ein weiterer Tag zur Präsentation des jungen Paares sein sollen. Für die Dienstagsausgaben der britischen Zeitungen hatte man „bei Hofe“ eine Handvoll hübscher Fotos aus der Kindheit Catherine Middletons ausgegraben. Kate und Prinz William selbst absolvierten am gleichen Tag ihren ersten gemeinsamen Rundgang in Nordirland – lächelnd und pflichtbewusst im Herzen Belfasts.

Doch der Plan ging nicht auf. Nicht von dem Paar, das der Monarchie eine rosige Zukunft bescheren soll, war am Dienstag im Königreich die Rede, sondern von „Onkel Andy“, dem 51-jährigen Bruder des Kronprinzen Charles, der erneut Thema der Titelseiten war. Prinz Andrew, der schon früher als „Playboy-Prinz“ einen zweifelhaften Ruf genoss, sieht sich Beschuldigungen und Verdächtigungen ausgesetzt, die der Monarchie mittlerweile echte Sorgen bereiten. Ein Teil der Vorwürfe betrifft seine Rolle als Sonderbotschafter für den britischen Außenhandel.

In dieser Rolle jettet Andrew auf Staatskosten durch die Welt und versucht, britischen Firmen Türen zu lukrativen Geschäften zu öffnen. Insbesondere bei Königsfamilien im Nahen Osten und bei Despoten Nordafrikas hat er stets gut Wetter für den Handel mit der Insel gemacht.

Die Vorwürfe, denen sich Andrew nun ausgesetzt sieht, lauten: Er habe nicht nur rüde und infantil, arrogant und im Geiste eines einfältigen Nationalismus seinen Job versehen. Er habe überdies seine privilegierte Stellung dazu benutzt, sich selbst zu bereichern. Unter anderem soll er dem Schwiegersohn des Präsidenten von Kasachstan, Timur Kulibayev, vor vier Jahren sein Anwesen Sunninghill Park für 15 Millionen Pfund verkauft haben – für drei Millionen mehr, als er sich in England erhoffen konnte. Das Haus, ursprünglich ein Hochzeitsgeschenk der Königin für Andrew und Fergie, steht weiterhin leer. Der damalige Deal, wird dem Prinzen von Kritikern vorgehalten, sei ein reiner Bestechungsversuch des Kasachen gewesen. Kasachstan, meldete am Dienstag die „Times“, sei davon überzeugt gewesen, dass ein dankbarer Andrew das Image des Regimes aufpolieren und dem Land britische Investoren zuführen werde.

Eine ganze Reihe „unglücklicher“ Kontakte und Freunde sind Andrew in jüngster Zeit zugeschrieben worden. So soll Jeffrey Epstein, ein amerikanischer Milliardär, dem Prinzen in seiner Villa in Florida die Gratisdienste seiner minderjährigen „Masseurin“ angeboten haben. Ein Foto brachte die fatale Verbindung jetzt an den Tag. Die Aufnahme von 2001 zeigt Andrew mit der damals 17-jährigen Virginia Roberts im Arm. Roberts war es, die gegen Epstein prozessierte. Der Milliardär wurde 2008 zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt.

Prinz Andrew fühlte sich dem reichen Sexualstraftäter offenbar so eng verbunden, dass er noch im vorigen Dezember, nach dessen Entlassung aus dem Gefängnis, vier Tage lang in dessen Haus in New York gastierte. Epstein war es auch, der 15.000 Pfund für Andrews Exfrau Fergie bereitstellte, nachdem sich die frühere Herzogin von York fünf Millionen Pfund Schulden aufgeladen hatte. Den Transfer hatte offenbar Andrews Büro organisiert. Am Dienstag nun bereute Sarah Ferguson im „Evening Standard“ ihren „schrecklichen, schrecklichen“ Fehler: „Ich hasse alles, was mit sexuellem Kindesmissbrauch zu tun hat.“ Sobald sie nur könne, werde sie das Geld zurückzahlen: „Ich will nie wieder etwas mit Epstein zu tun haben.“ Doch von ihrem Exmann hat sie eine hohe Meinung. Sie ist davon überzeugt, dass „der Herzog ein Mann ist, der sich nie unehrenhaft benehmen würde“. Genau daran scheinen aber immer mehr Briten zu zweifeln.

Der „Daily Mirror“ wies am Dienstag darauf hin, dass zwei Assistentinnen Epsteins sich bei ihrer Vernehmung geweigert hätten, auf die Frage zu antworten, ob der Prinz selbst sexuelle Kontakte mit Minderjährigen gehabt habe. Das FBI ist derzeit dabei, rund 40 Frauen, die damals Teenager im Solde Epsteins waren, zu vernehmen.

Als staatlicher Handelsattaché sei Andrew nicht länger geeignet, urteilte am Dienstag fast die gesamte Presse Londons. Die „Financial Times“ empfahl die Suche nach einem „würdigen Abgang“ für den Herzog von York. Und Wirtschaftsminister Vince Cable räumte gegenüber Journalisten ein, es gebe Gespräche „über die Zukunft“ des Prinzen.

Peter Nonnenmacher

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