Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Prozess um Tod von Julian mit Aussage des leiblichen Vaters fortgesetzt
Nachrichten Panorama Prozess um Tod von Julian mit Aussage des leiblichen Vaters fortgesetzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:32 25.11.2010
Im Prozess um die Tötung des kleinen Julian aus Delligsen hat der leibliche Vater des Kindes im Landgericht Hildesheim ausgesagt. Quelle: Rainer Dröse (Archiv)
Anzeige

Im Prozess um die Tötung des kleinen Julian aus Delligsen hat am Donnerstag der leibliche Vater des Kindes ausgesagt. Der 26-Jährige berichtete im Landgericht Hildesheim, sein fünfjähriger Sohn habe Angst vor seinem neuen Ziehvater gehabt, der den Kleinen später im Drogenrausch umbrachte. „Ich möchte nicht zu Mama. Ich habe Angst vor Björn. Ich möchte bei dir wohnen“, habe das Kind eine Woche vor der Tat zu ihm gesagt.

Der Ziehvater von Julian hatte beim Haftrichter bereits ein Geständnis abgelegt. Während des Prozesses hatte er bislang geschwiegen. Am Donnerstag entschuldigte er sich dann bei dem leiblichen Vater: „Ich weiß, dass nichts was ich sage oder tue etwas ändern kann.“

Anzeige

Am Mittwoch hatte bereits ein Zeuge ausgesagt, dass Julians Mörder das Kind auch vor der Tat schon geschlagen und immer wieder stundenlang oder sogar tageweise im Zimmer eingesperrt habe. Julians leiblicher Vater hingegen betonte, er habe keine Anzeichen für Misshandlungen an seinem Sohn bei dessen letztem Besuch bemerkt.

Trotzdem hat der 26-Jährige nach eigenen Angaben große Schuldgefühle, weil er damals keine Konsequenzen aus den Aussagen Julians zog. „Ich leide darunter. Ich kann nachts nicht mehr schlafen.“ Er sei zudem in psychotherapeutischer Behandlung.

Die Entschuldigung des Angeklagten wollte Julians Vater nicht akzeptieren. „Ich denke, er versucht nur seinen Arsch zu retten.“ Es gebe für die Tat keine Entschuldigung, sagte der 26-Jährige: „Und ich werde ihm das auch niemals entschuldigen, nie im Leben.“

Der leibliche Vater erfuhr nach eigenen Angaben erst am Folgetag von den Ereignissen, als bereits nach dem Jungen gesucht wurde. Als der 26-Jährige Ziehvater am späten Abend nach der Arbeit eintraf, seien die Mutter und dieser Mann ins Haus gegangen, während er selbst weiter gesucht habe, sagte Julians Vater.

dpa