Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Prinzessin Cristina vor Gericht
Nachrichten Panorama Prinzessin Cristina vor Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:13 11.01.2016
Foto: Infantin Cristina mit Ehemann Iñaki Urdangarin beim Prozessauftakt in Palma de Mallorca.
Infantin Cristina mit Ehemann Iñaki Urdangarin beim Prozessauftakt in Palma de Mallorca. Quelle: Cati Cladera/dpa
Anzeige
Palma de Mallorca

Im ersten Prozess gegen ein Mitglied der spanischen Königsfamilie ist am Montag die Infantin Cristina vor Gericht erschienen. Zu Beginn des Prozesses in Palma de Mallorca forderte die Verteidigung, das Verfahren einzustellen. Der Schwester von König Felipe VI. wird Beihilfe zum Steuerbetrug in einer Finanzaffäre ihres Mannes Iñaki Urdangarin vorgeworfen. Auch Urdangarin und 16 weitere Angeklagte müssen sich verantworten.

"Keine Privilegien für die Prinzessin"

Die Ermittlungen in dem Fall dauern seit dem Jahr 2010 an. Die Staatsanwaltschaft forderte von der Infantin die Zahlung von Schadenersatz, wollte aber kein Verfahren gegen sie eröffnen. Der Ermittlungsrichter José Castro ließ aber eine Klage der Anti-Korruptionsgruppe Manos Limpias (Saubere Hände) zu.

Die Verteidigung von Cristina stellte beim Prozessauftakt den Antrag, die Anklage gegen die Schwester des Königs zurückzuziehen. Sie begründete dies damit, dass die Anklageerhebung weder von der Staatsanwaltschaft noch von den Steuerbehörden als angeblichen Geschädigten unterstützt werde. Dem widersprach die Anwältin von Manos Limpias, Virginia López Negrete. Nach der spanischen Verfassung seien alle Bürger vor Gericht gleich, und Cristina von Spanien dürfe als Tochter des einstigen Königs Juan Carlos keine Privilegien genießen.

Millionen Euro wurden veruntreut

Der Infantin wird zur Last gelegt, Gelder aus illegalen Geschäften ihres Ehemanns nicht deklariert zu haben. Urdangarin soll zusammen mit einem ehemaligen Geschäftspartner 6 Millionen Euro für die Wohltätigkeitsorganisation Nóos veruntreut haben, deren Vorsitzender er war. Die Gelder sollen die Angeklagten über Strohfirmen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Die bekannteste der Firmen, Aizoon, gehörten Cristina und ihrem Mann gemeinsam.

Die vierfache Mutter beteuert jedoch, nichts von den mutmaßlichen Machenschaften gewusst und in finanziellen Dingen vollkommen ihrem Mann vertraut zu haben. Der einstige Handballnationalspieler muss sich in dem Prozess unter anderem wegen Untreue, Steuerhinterziehung, Betrugs und Geldwäsche verantworten. Cristina droht im Fall ihrer Verurteilung eine Strafe von acht Jahren Haft, ihr 47-jähriger Ehemann könnte zu einer Haftstrafe von bis zu 19 Jahren verurteilt werden. Der Prozess ist auf sechs Monate angesetzt.

Seit der Aufdeckung des Skandals spielen Cristina und ihr Mann keine öffentliche Rolle mehr. Sie verloren ihre Titel als Herzog und Herzogin von Palma, leben nicht mehr in Spanien und blieben sogar der Krönung Felipes im Jahr 2014 fern. 

dpa/afp

13.01.2016
Panorama Prozess um Kündigung eines Rauchers - Zeugen beschweren sich über den Gestank
11.01.2016