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Panorama Renaissance der Marone: Kastanien aus dem Feuer
Nachrichten Panorama Renaissance der Marone: Kastanien aus dem Feuer
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11:00 18.11.2018
In Frankreich, Italien und der Schweiz feiert man die Renaissance der Esskastanie: Geröstet, geschmort und als Naschwerk. Ein guter Grund, sich selbst einmal an die Marone heranzuwagen. Quelle: dpa
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Hannover

Er ist wirklich bemitleidenswert. Und doch möchte man ihn als Kind gern mal treffen. Die Rede ist vom Maronimann aus Otfried Preußlers Kinderbuchklassiker „Die kleine Hexe“. Der Maronimann steht im Winter auf dem Markt und friert, während er sich gleichzeitig die Finger verbrennt, wenn er Esskastanien aus dem Feuer holt. Doch was für ein Genuss müssen diese nussig duftenden Kastanien sein, die er in Papiertüten füllt?

Kastanien zum Naschen! In unserer Zeit ist das gar nicht so selbstverständlich. Bislang. Denn neuerdings finden sich auch in den Gemüseabteilungen der Supermärkte immer öfter Esskastanien für zu Hause zum Selberrösten. Und im Netz überbieten sich Profi- und Hobbyköche mit Rezepten.

Ursprünglich brachten die Römer die Ess- oder auch Edelkastanie über die Alpen an Rhein, Nahe, Mosel und Saar. Die mineralstoff- und vitaminreichen Maronen waren einst ein Grundnahrungsmittel. In gemahlenem Zustand wurde mit ihnen ein Teil des Mehls ersetzt, das Grundlage fürs Brotbacken war. Ihr hoher Gehalt an Stärke machte aus ihnen in Hungerwintern oft ein lebensrettendes Nahrungsmittel. Heutzutage gelten Maronen als eine Delikatesse.

Stachelig umhüllter Leckerbissen: Die Esskastanie ist der Baum des Jahres 2018. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa

Die Edelkastanie – der Baum des Jahres 2018 – darf keinesfalls mit den in Deutschland weit verbreiteten und ungenießbaren Rosskastanien verwechselt werden. Esskastanien wachsen an Bäumen, die bis zu 30 Meter hoch werden. An ihnen hängen stachelige Hüllen, in denen sich bis zu drei Kastanien befinden. Jede Esskastanie hat eine braune Schale mit einem haarigen Auslauf am spitzen oberen Ende.

Im September und Oktober ist es so weit: Die stacheligen Hüllen platzen auf und plumpsen auf den Boden. „Wer sie aufhebt, sollte darauf achten, dass sie dicht und prall sind und weder Beschädigungen noch Löcher haben“, erklärt der Kochbuchautor Frank Löser aus Göhren bei Schwerin. Ist dies nicht der Fall, sind die Kastanien womöglich wurmstichig.

Aufgesammelte Esskastanien sollte man schnell verarbeiten. Bevor es endlich ans Zubereiten geht, müssen sie erst einmal geschält werden. Zunächst wird dafür die Schale kreuzweise bis aufs Fruchtfleisch eingeritzt. Im Backofen werden die Maronen bei 200 Grad etwa 20 Minuten geröstet, bis die Schale aufgesprungen ist. Dann entfernt man diese zusammen mit der pelzigen Haut darunter mit einem Messer.

Schmecken klassisch geröstet, aber auch als Backzutat oder in Pastagerichten: Esskastanien sind gesund und vielseitig. Quelle: Fotolia

Esskastanien schmecken auch in einem Pastagericht. Dazu schneidet die Schweizer Kochbuchautorin Erica Bänziger eine Zwiebel in feine Ringe und hackt eine Knoblauchzehe. Hinzu kommen 700 Gramm geschälter und in kleine Stücke geschnittener Kürbis. Zwiebeln und Knoblauch werden mit zwei Esslöffeln Olivenöl angedünstet.

Den Kürbis, 300 Gramm geschälte Kastanien und vier Esslöffel Sultaninen kurz mitdünsten. Dann je einen Teelöffel milden Curry und getrockneten Thymian sowie einen halben Teelöffel scharfen Curry drüberstreuen. Dem Ganzen je eine Prise Kurkuma, geriebene Muskatnuss und Paprikapulver hinzufügen.

50 Milliliter Weißwein und 200 Milliliter Gemüsebrühe angießen und bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis der Kürbis und die Kastanien weich sind. Alles abschmecken. Zwischenzeitlich 250 Gramm Nudeln in Salzwasser kochen, abgießen und anschließend mit dem Kastanien-Kürbis-Gemüse vermengen.

Von Sabine Meuter

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