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Panorama Rheinschiff mit 160 Personen schlägt leck
Nachrichten Panorama Rheinschiff mit 160 Personen schlägt leck
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15:36 17.04.2012
Das mit fast 160 Menschen besetzte Schiff wurde in den Karlsruher Rheinhafen geschleppt und Passagiere und Besatzung wurden dort an Land gebracht. Quelle: dpa
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Karlsruhe

Ein Fahrfehler des verantwortlichen Lotsen hat zu einem dramatischen Schiffsunglück auf dem Rhein geführt. In der Morgendämmerung wurden viele der fast 160 Menschen an Bord jäh aus ihren Betten gerissen, als das Kreuzfahrtschiff „Bellriva“ am Dienstag bei Karlsruhe eine Buhne rammte, leckschlug und zu sinken drohte. 115 Passagiere und 43 Mann Besatzung konnten unverletzt aus dem Schiff gerettet werden.

Der Leiter der Wasserschutzpolizei Karlsruhe, Robert Hellmann, nannte einen Fehler des Personals auf der Brücke als Ursache: Die Fahrrinne sei an der Unglücksstelle 90 Meter breit. „Eine Kollision mit einer Buhne ist da wirklich nicht vorgesehen“, sagte er. Das Schiff sei in der Morgendämmerung und bei nebligem Wetter definitiv zu weit nach rechts geraten, bestätigte auch ein Polizeisprecher.

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Die Buhne war wegen des höheren Wasserstandes von etwa fünf Metern überspült und nicht sichtbar. In Schifffahrtskarten seien Buhnen - Wälle zur Regulierung eines Wasserstroms - allerdings verzeichnet. Außerdem sei die Fahrrinne klar definiert und breit genug gewesen, sagte Hellmann weiter. Das Personal sowie die Passagiere wurden zu dem Unfallhergang befragt, hieß es. Zwei Menschen mussten wegen Kreislaufbeschwerden und anderen Vorerkrankungen ins Krankenhaus gebracht werden.

„Wir wurden um halb vier wachgerüttelt“, schildert die Passagierin Marianne Sorsak (54). „Erst dachte ich, wir seien in eine Schleuse gefahren, aber das Geräusch kam von unten, da hatte ich schon ein komisches Gefühl im Bauch“, erzählte die Belgierin. „Die Crew hat uns beruhigt. Etwa um 4 Uhr kam die erste Durchsage, wir mussten alle nach oben“, sagte der 75-jährige Siegfried Schmitz. „Panik hatten wir keine, keiner hat geweint oder geschrien, jeder war gelassen“. Die Crew habe ruhig und besonnen reagiert. Das Wasser in dem havarierten Schiff stand nach Polizeiangaben „bis zum unteren Fensterrand etwa 1,50 bis 1,70 Meter hoch“.

Taucher entdeckten am Morgen drei Lecks und einen Haarriss auf einer Seite des Schiffes, wie die Polizei am Dienstag im Hafen von Karlsruhe weiter mitteilte. Dort hatte der Havarist festgemacht, nach dem er in Höhe Rastatt-Plittersdorf leckgeschlagen war. Die Löcher seien zwischen 10 und 15 Zentimeter groß und wurden zunächst provisorisch verschlossen. Im Laufe des Tages sollten sie von zwei weiteren Tauchern eines Spezialunternehmens Tauchern Wasser verschweißt werden.

Der Treibstoff wurde auf die unversehrte Seite des Schiffes verlagert, um es zu stabilisieren. Außerdem wurde ständig Wasser abgepumpt, hieß es. „Durch Lecks in dieser Größe strömt ordentlich was durch“, sagte Wasserschutzpolizei-Leiter Hellmann. Bis zu 6000 Liter Wasser pro Minute seien von einem Hafenschlepper und sechs Pumpen der Feuerwehr abgesaugt worden. Spezialschiffe sollten auch ein Wasser-Öl-Gemisch abpumpen, das sich im Bauch des Schiffes angesammelt hatte.

Treibstoff oder andere Schadstoffe seien nicht ausgetreten. Die Höhe des Schadens stand am Vormittag nicht fest. Er werde aber enorm sein, sagte ein Polizeisprecher. Das Schiff fuhr für eine holländische Reederei und war auf dem Weg von Basel nach Köln.

Polizei und Feuerwehr waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Am Nachmittag sollte das Schiff wieder soweit flott gemacht werden, dass es „in eine Werft seiner Wahl“ geschleppt werden könne, hieß es. Die Passagiere waren per Bus vom Unglückskreuzer in das im Rheinhafen liegende Ausflugsschiff „MS Karlsruhe“ gebracht und dort versorgt worden. Mit Bussen fuhren sie weiter nach Köln. Dort hätten sie nach Zwischenstopps in Rüdesheim und Speyer eigentlich erst am Mittwochmorgen ankommen sollen.

„Erstmal wollen wir, dass es den Leuten gutgeht und sie dort ankommen, wo sie hinwollen, sagte der Sprecher des Veranstalters “1AVista“, Hagen Mesters. Man rechne damit, dass das Schiff bereits für die nächste „Rhein Romantik“-Kreuzfahrt am 25. April wieder flott sei. Für eine siebentägige Rheinkreuzfahrt dieser Art müssten die Gäste im Durchschnitt 900 Euro bezahlen.

dpa

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