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Panorama Rösler berät mit Länderkollegen zur Schweinegrippe
Nachrichten Panorama Rösler berät mit Länderkollegen zur Schweinegrippe
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16:16 08.11.2009
Quelle: ddp (Symbolbild)
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Bereits am Montag solle es eine Telefonkonferenz dazu geben, sagte Philipp Rösler (FDP) am Wochenende. Zugleich ermahnte er die Pharmaindustrie, genügend Impfstoff zu produzieren. Im Uni-Klinikum Düsseldorf starb am Samstagabend eine 55-jährige Frau nach einer Infektion mit dem Schweinegrippe-Virus. Sie ist das elfte Schweinegrippe-Opfer in Deutschland.

Nach Informationen der „Rheinischen Post“ stammte die Patientin aus dem Iran und war für eine Schweinegrippe-Behandlung nach Düsseldorf gekommen. „Sie muss sich kurz vorher mit dem Virus infiziert haben“, sagte eine Sprecherin des Klinikums. Wie bei anderen Fällen mit schwerem Krankheitsverlauf soll die Frau bereits unter einer chronischen Vorerkrankung gelitten haben. Sie wurde seit einer Woche künstlich beatmet. Zusätzlich zum H1N1-Virus bekam sie noch eine bakterielle Infektion und starb an den Folgen.

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Auch eine am Freitag in Kassel verstorbene Schülerin war mit dem Schweinegrippe-Virus H1N1 infiziert. Die 15-Jährige starb laut Kasseler Gesundheitsamt jedoch an den Folgen einer Herzmuskelentzündung. Es sei noch unklar, ob das Virus die Ursache der Herzerkrankung war. Dazu müssten weitere Untersuchungen vorgenommen werden. Die 15-Jährige war am Donnerstag in kritischem Zustand im Klinikum Kassel aufgenommen worden und starb innerhalb weniger Stunden.

Rösler sagte mit Blick auf den „Impfgipfel“: „Ich möchte mich bei meinen Länderkollegen über ihre Erfahrungen vor Ort informieren, um herauszubekommen, wo es mögliche Schwachstellen zum Beispiel bei der Versorgung mit Impfstoff geben könnte.“ Ziel sei es, gemeinsam für den bestmöglichen Schutz der Bevölkerung zu sorgen. Zuvor hatten mehrere Länder Engpässe beim Impfstoff beklagt.

Der FDP-Politiker betonte: „Wichtig ist jetzt, dass die Industrie den Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung stellt.“ Er hoffe, „dass die Industrie bald die avisierten Produktionsmengen liefern kann“. Dies werde die Situation in den Ländern bei der stufenweisen Impfung entspannen. „Dennoch bitte ich besonders diejenigen Menschen um Geduld, die in der Reihenfolge nach den Helfern und den Kranken an der Reihe sind.“ Die Mediziner rief Rösler auf, die Bürger schnell und umfassend aufzuklären und sich überall an Impfaktionen zu beteiligen.

Große deutsche Konzerne bereiten sich bereits auf die Schweinegrippe und mögliche Folgen vor. „Falls es zu größeren Personalausfällen kommt, stellen wir einen Notbetrieb über individuelle Standort-Lösungen sicher“, sagte eine Sprecherin des Daimler-Konzerns. Der Stahlkonzern ThyssenKrupp hat laut einem Sprecher seinen Mitarbeitern klare Impfempfehlungen ausgesprochen und auch schon mit Impfungen begonnen.

Die Lufthansa, die jeden Tag rund 200.000 Passagiere fliegt, hat indes vergeblich Anträge für Schweinegrippen-Impfaktionen gestellt. „Unsere Flugkapitäne und Flugbegleiter sind von den Gesundheitsbehörden als nicht gefährdet eingestuft worden“, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Der Siemens-Konzern belässt es derzeit noch bei Mitarbeiter-Aufklärung über Hygiene- und Impfmaßnahmen. „Wir haben Pandemiepläne, sehen aber noch keine konkrete Gefährdungslage für unser Unternehmen“, hieß es.

ddp