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Panorama Rollstuhlfahrer klagt in Hannover gegen TUIfly
Nachrichten Panorama Rollstuhlfahrer klagt in Hannover gegen TUIfly
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10:47 26.05.2011
Von Sonja Fröhlich
Am Mittwoch begann der Prozess vor dem Zivilgericht Hannover um einen Rollstuhlfahrer, der TUIfly verklagt. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Am zweiten Verhandlungstag kam es am Mittwoch auch vor dem Landgericht zu Reibereien – am Ende stellte der Klägeranwalt einen Befangenheitsantrag gegen Zivilrichter Mathias Plumeyer.

Bei dem Prozess geht es um die Frage, ob der Schwerbehinderte tatsächlich ein Sicherheitsrisiko für den Flug war oder der Kapitän unverhältnismäßig gehandelt hatte. Unstrittig ist, dass der Schwerbehinderte am 21. Dezember 2009 einiges auszustehen hatte. So musste er aufgrund eines Schneechaos mit einem Hubwagen zum Flugzeug transportiert werden. Dort erfuhr er, dass sein reservierter Platz bereits zum zweiten Mal anderweitig vergeben worden war. Weil ihm eine Stewardess trotz Warnung an eine empfindliche Stelle gefasst haben soll, hatte er einen epileptischen Anfall erlitten. Dann stürzte er, weil das Flugzeug anrollte, bevor er saß. Es muss also einige Aufregung in dem Urlaubsflieger gegeben haben.

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Irgendwann tauchte der Kapitän auf; die Chefstewardess habe ihm von einem Problem mit einem „randalierenden Passagier“ berichtet, sagte er am Mittwoch vor Gericht. Er selbst sei dann von dem Rollstuhlfahrer provoziert worden. Auf seine Frage, ob er sich beruhige, habe dieser entgegnet: „Warum fliegen Sie nicht endlich los?“ Mit seinem „sehr ungebührlichem Verhalten“ habe der Passagier zu verstehen gegeben, dass die Sicherheit während des Fluges nicht garantiert sei, meinte der TUIfly-Pilot. Daraufhin habe er ihn von der Bundespolizei aus dem Flugzeug führen lassen. Ein Flugbegleiter pflichtete dem Kapitän am Mittwoch bei, der Mann sei laut gewesen und habe „keine Manieren“ gehabt.

Auf Nachfragen des Klägeranwalts Dominik Eßer konnten die Zeugen ihre Angaben nicht konkretisieren. Eßer bohrte weiter. Der Richter reagierte ungeduldig. „Wir sind hier nicht in einem Strafverfahren“, rüffelte er. Mit dem Befangenheitsantrag kritisierte der Anwalt hauptsächlich, dass der Richter die Hauptbelastungszeugin – die Chefstewardess des Fluges – ohne Rücksprache wieder ausgeladen hatte. Die Ladung der Zeugen bestimme er, hatte Richter Plumeyer zuvor bemerkt.

Thorsten Fuchs 26.05.2011
25.05.2011