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Panorama Nach Absturz: Airlines umfliegen Sinai-Halbinsel
Nachrichten Panorama Nach Absturz: Airlines umfliegen Sinai-Halbinsel
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13:35 02.11.2015
Die Lufthansa fliegt nach dem Absturz eines russischen Urlaubsfliegers in Ägypten vorerst nicht mehr über die Sinai-Halbinsel. Quelle: dpa
Kairo/Moskau

Ein russischer Urlaubsflieger mit 224 Menschen an Bord ist kurz nach dem Start im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich über der Sinai-Halbinsel abgestürzt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen überlebte keiner der Passagiere das Unglück am Sonnabend.

Ein russisches Passagierflugzeug mit mehr 224 Menschen an Bord ist auf der Sinai-Halbinsel abgestürzt. Alle Insassen sind bei dem Absturz ums Leben gekommen.

Die Behörden gehen demnach von einem technischen Defekt aus, ein Terroranschlag wurde ausgeschlossen. Die meisten Fluggäste waren russische Urlauber.

Rettungskräfte fanden Trümmerteile des Airbus 321 in einer Gebirgsregion nahe dem Al-Arisch-Flughafen im Norden des Sinai, wie die ägyptische Flugunfallbehörde mitteilte. Der Kontakt zu dem Airbus sei bereits 23 Minuten nach dem Start abgerissen, erklärte das Luftfahrtministerium. 

Die Russische Luftfahrtbehörde teilte mit, dass die Maschine vom Typ A-321 unterwegs vom Scharm el Scheich nach St. Petersburg war. Dort wurde sie um 10.20 Uhr MEZ (12.20 Uhr Ortszeit) erwartet. Präsident Wladimir Putin ordnete die Bildung einer staatlichen Untersuchungskommission an. Die Leitung übernehme Regierungschef Dmitri Medwedew, teilte der Kreml in Moskau mit. Putin ordnete zudem sofortige Hilfe für die Angehörigen der Opfer an und sprach ihnen sein Beileid aus. Die russische Generalstaatsanwaltschaft leitete der Agentur Interfax zufolge eine Prüfung der Tragödie ein.

Das Flugzeug habe der sibirischen Gesellschaft Kolavia mit Sitz in Tjumen (Sibirien) gehört, sagte ein Sprecher der Interfax zufolge in Moskau. Es war russischen Medienberichten zufolge gut 18 Jahre alt und gehörte der Gesellschaft seit März 2012. Laut Moskauer Medien wurde Flug 9268 vom Subunternehmen MetroJet durchgeführt.

Interfax berichtete, alle Passagiere seien Russen gewesen. An Bord hätten sich 217 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder befunden, zitierte die Agentur einen nicht namentlich genannten russischen Diplomaten. Der russische Katastrophenschutz bereitete den Abflug von drei Maschinen mit Bergungsmannschaften vor.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier übermittelte der russischen Bevölkerung sein Beileid: "Unsere Gedanken sind jetzt bei all denen, die durch dieses tragische Unglück so plötzlich ihre Liebsten verloren haben", sagte er in Berlin. "Ich möchte in diesen schweren Stunden der ganzen russischen Bevölkerung mein aufrichtiges Beileid aussprechen."

Branchenberichten zufolge besuchten im vergangenen Jahr etwa drei Millionen Russen Ägypten - dies sei die größte ausländische Gruppe gewesen, hieß es. Reisebüros locken mit günstigen Pauschalangeboten und dem guten politischen Verhältnis zwischen Kairo und Moskau. Da westliche Touristen wegen mehrerer Terroranschläge und der derzeitigen autoritären Regierung das Land meiden, sind russische Gäste für die ägyptische Tourismusbranche von großer Bedeutung.

Der russische Wetterdienst Rosgidrometa teilte mit, in der Region hätten keine schwierigen Flugbedingungen geherrscht. "Es gibt etwas Bewölkung, die Sicht beträgt sechs bis acht Kilometer", sagte ein Mitarbeiter.

Lufthansa und Air France umfliegen Sinai-Halbinsel

Die Lufthansa fliegt nach dem Absturz eines russischen Urlaubsfliegers in Ägypten vorerst nicht mehr über die Sinai-Halbinsel. So lange die Absturzursache nicht geklärt sei, werde die ägyptische Halbinsel aus Sicherheitsgründen umflogen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Auch die französische Fluggesellschaft Air France fliegt nach dem Absturz vorerst nicht mehr über die Sinai-Halbinsel. Bei dem Absturz der voll besetzten Maschine starben 224 Menschen. Der Airbus auf dem Weg nach St. Petersburg war am Samstagmorgen kurz nach dem Start im Badeort Scharm el Scheich vom Radar verschwunden.

IS-Gruppierung will Flugzeug abgeschossen haben

Russland hat einen angeblichen Abschuss als Grund für den Absturz des russischen Passierflugzeugs über Ägypten als unwahrscheinlich bezeichnet. "Allen Daten zufolge, die uns Ägypten zur Verfügung gestellt hat, sind solche Behauptungen unglaubwürdig", sagte Verkehrsminister Maxim Sokolow am Samstag der Agentur Interfax. Ein ägyptischer Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte behauptet, der IS sei für den Absturz der Maschine verantwortlich. Die russische Flugaufsicht bekräftigte, dass alle möglichen Ursachen geprüft würden. "Zu spekulieren, ob ein technischer Defekt, ein menschlicher Fehler oder eine äußere Einwirkung der Grund war, ist derzeit sinnlos", sagte ein Behördensprecher in Moskau.

Der russische Militärexperte Igor Korotschenko sagte, für den Abschuss einer Maschine in rund 10 000 Meter Höhe besitze der IS wohl nicht die nötigen Waffen. "Was höher fliegt als etwa 4500 Meter, ist für sie ziemlich sicher nicht erreichbar", erläuterte er. Kremlchef Wladimir Putin telefonierte unterdessen mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah Al-Sisi. Die Staatsoberhäupter hätten einen engen Informationsaustausch bei der Klärung der Katastrophe vereinbart, hieß es in Moskau. Bei dem Telefonat sei auch die Koordination der Bergungsarbeiten besprochen worden.

dpa/naw

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