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Panorama SEK überwältigt bewaffneten Jugendlichen
Nachrichten Panorama SEK überwältigt bewaffneten Jugendlichen
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15:49 21.02.2011

Folgenschwere Eskalation eines Familienstreites in Schöneiche (Oder-Spree): Am Montag musste das Spezialeinsatzkommando (SEK) anrücken, um einen bewaffneten 16-Jährigen zu überwältigen. Der Jugendliche war nach einem Streit mit seiner Mutter mit einer Schreckschusspistole auf das Dach des Wohnhauses geklettert und hatte gedroht, sich umzubringen, wie die Polizei in Fürstenwalde mitteilte. Er schoss mehrfach in die Luft. Verletzt wurde niemand.

Der Jugendliche löste einen Großeinsatz der Polizei in dem Ort nahe der Berliner Stadtgrenze aus. Einem Polizeisprecher zufolge war es am Morgen zwischen Mutter und Sohn zu einem Streit gekommen, weil der 16-Jährige nicht in die Schule gehen wollte. Der Vater war bereits zur Arbeit gegangen. Der Sohn griff zunächst nach einem Küchenmesser und drohte damit, sich selbst zu verletzen. Die Mutter lief aus dem Haus und alarmierte die Polizei.

Die erschien mit einem Großaufgebot: 55 Beamte, das Brandenburger SEK, eine Verhandlungsgruppe und ein Hubschrauber. Der 16-Jährige stieg mit einer Schreckschusspistole auf das Flachdach des hellen, zweigeschossigen Wohnhauses. Mitglieder der Verhandlungsgruppe versuchten, den Jungen dazu zu bewegen, die Waffe aus der Hand zu legen - vergeblich. Stattdessen schoss er mehrfach in die Luft, um die Beamten auf Abstand zu halten, wie es hieß.

Gegen 12.40 - rund dreieinhalb Stunden nach dem Polizeialarm - kletterte der 16-Jährige freiwillig vom Dach. Im Haus stand das SEK bereit und überwältigte ihn. Der Sohn wurde nach seiner Festnahme zur Polizeiwache Erkner gebracht und dort befragt. Ein Arzt sollte feststellen, in welchem Zustand sich der Jugendliche befand. Laut einem Polizeisprecher hat er psychische Probleme. Ermittelt wird wegen Bedrohung und Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Woher der 16-Jährige die Waffe hatte, ist nicht bekannt. „Das ist eine Sache, die noch ermittelt werden muss“, hieß es. Auch müsse geklärt werden, warum der Jugendliche bei dem Streit so heftig reagiert habe. Zunächst sollte er im Polizeigewahrsam bleiben. Während des Einsatzes wurde die Straße am Einsatzort komplett gesperrt - Fußgänger, Autos und die Straßenbahn durften nicht mehr fahren. Nachbarn waren aufgefordert worden, ihre Häuser nicht zu verlassen.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.