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Panorama LKA verhaftet IS-Terroristen in Wolfsburg
Nachrichten Panorama LKA verhaftet IS-Terroristen in Wolfsburg
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00:15 24.11.2014
Von Michael B. Berger
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Hannover/Wolfsburg

Niedersachens Polizei hat erstmals einen Mann festgenommen, der verdächtigt wird, sich in Syrien zu einem Terrorkämpfer ausgebildet zu haben. Der mutmaßliche Terrorist wurde am Donnerstag nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) im Wolfsburger Stadtgebiet festgenommen. Beamte des Spezialeinsatzkommandos überwältigten den 25-jährigen Deutsch-Tunesier, der bei der Festnahme keinen Widerstand leistete. Der hannoversche Oberstaatsanwalt Thomas Klinge spricht von „hochsensiblen Ermittlungen“.

Die Behörden hatten den jungen Mann schon seit einigen Monaten im Visier. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dass er sich während eines mehr als dreimonatigen Aufenthalts in Syrien zum Gotteskrieger schulen ließ. In den Ausbildungslagern habe er sich der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen, um sich dort am bewaffneten Kampf im Krisengebiet zu beteiligen. „Wir haben aber noch keine Hinweise, dass er hier in Deutschland einen Terrorakt vorbereitete“ betonte LKA-Sprecher Uwe Schwellnus.

Gleichwohl gilt der junge Mann als gefährlich. Gegen ihn wird wegen der „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ ermittelt sowie wegen der „Bildung terroristischer Vereinigungen“. Am Freitag wurde der Festgenommene, der sich einen Anwalt genommen hat, von den Behörden verhört. „Wir müssen abwarten, was dabei herauskommt“, sagte Staatsanwalt Klinge. Aus Sicherheitsgründen verrieten die Ermittler nicht, in welcher Justizvollzugsanstalt er einsitzt. Die für die Bekämpfung des religiös-politischen Terrorismus zuständige hannoversche Staatsanwaltschaft ermittelt in mehr als zwölf ähnlich gelagerten Fällen, die offenbar miteinander verbunden sind. Möglicherweise zieht die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen an sich.