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Panorama SMS-Betrüger zu zweieinhalb Jahre Haft verurteilt
Nachrichten Panorama SMS-Betrüger zu zweieinhalb Jahre Haft verurteilt
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17:25 11.02.2010
Der Angeklagte hatte seinen Kunden in Inseraten vorgegaukelt, sie könnten per SMS Kontakt zu anderen Singles aufnehmen. Quelle: dpa
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Der Angeklagte hatte seinen Kunden in Inseraten vorgegaukelt, sie könnten per SMS Kontakt zu anderen Singles aufnehmen. Die Antworten auf die 1,99 Euro teuren Kurzmitteilungen kamen aber von speziell geschulten Animateuren. Insgesamt hatten die Geschädigten mehr als vier Millionen SMS verschickt. Der Schaden beträgt mehr als acht Millionen Euro.

„Der Schaden ist hoch, schließlich handelt es sich bei den Geschädigten meist um kleine Leute, die nicht einfach so viel Geld übrig haben“, sagte die Vorsitzende Richterin Gerstin Dreyer. Allerdings hätten die Kunden auch gewusst, was sie für die SMS zahlen mussten. „Einige haben das wohl irgendwie verdrängt“, vermutete die Richterin. Zu ihnen gehöre sicher ein Mann, der Kurzmitteilungen für rund 4000 Euro verschickte, bevor er hinter den Schwindel kam. Ein anderer Kunde wollte sich das Leben nehmen, weil er sich nicht mit seiner angeblichen Traumpartnerin treffen konnte.

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Die Hälfte des Umsatzes, den der Beschuldigte durch seine Masche generierte, floss an die Telefon-Provider. Von seinem Anteil bezahlte der 30-Jährige die Animateure und die Anzeigen, mit denen er für seine Kontaktbörse warb. Rund 400 000 Euro stellten Ermittler auf seinen Konten sicher. Das Geld stellte der Mann für die Entschädigung der Opfer zur Verfügung. Das zeige, dass der Angeklagte die Taten bereue, meinte Dreyer. Dafür spreche auch sein Geständnis. Daher sei es zu einem milden Urteil gekommen.

Nicht alle Kunden werden jedoch Ansprüche an den 30-Jährigen geltend machen. Einige von ihnen scheuen offenbar die Öffentlichkeit und möchten die Angelegenheit schnell vergessen. „Sie haben die SMS-Kontaktbörse genutzt, obwohl sie in einer festen Beziehung gebunden sind. Und denen ist die ganze Angelegenheit jetzt wahrscheinlich sehr unangenehm“, vermutete die Richterin.

lni