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Panorama Schicksal des in der Südsee vermissten Deutschen unklar
Nachrichten Panorama Schicksal des in der Südsee vermissten Deutschen unklar
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17:34 17.10.2011
Ermordet und verbrannt? Was passierte mit dem Weltumsegler aus Schleswig-Holstein, der in der Südsee vermisst wird? Quelle: dpa
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Uetersen/Paris/Wiesbaden

Das Schicksal des in der Südsee vermissten deutschen Weltumseglers ist weiter unklar. Ob es sich bei den auf der Insel Nuku Hiva gefundenen Knochen um die Überreste des 40-Jährigen handelt, werde frühestens in der kommenden Woche zweifelsfrei feststehen, sagte am Montag eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes (BKA).

Im Heimatort des Mannes löste die Nachricht von dem Verschwinden Bestürzung aus. „Das ist ein Schock für so eine kleine Gemeinde mit 1100 Einwohnern“, sagte der Bürgermeister von Haselau, Rolf Herrmann, der Nachrichtenagentur dpa. „Er wohnt in unserer Gemeinde, man kennt sich, man fühlt mit.“ Bei Weltumseglern gehe man davon aus, dass sie auf dem Ozean bleiben, aber nicht, dass sie bei einem Landausflug ums Leben kommen.

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Der Weltumsegler verschwand vor einer Woche im französischen Überseegebiet Polynesien unter mysteriösen Umständen. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin und einem einheimischen Jäger war er zu einer Tour aufgebrochen. Nur die 37-Jährige kehrte zurück. Der Jäger hat die Frau der Zeitung „Dépêche de Tahiti“ zufolge unterwegs bedroht, sexuell belästigt und an einen Baum gebunden.

An einer Feuerstelle hatten örtliche Gendarmen Knochen, Zähne und Kleiderreste entdeckt - sie könnten von dem verschwundenen Deutschen stammen. Sicherheit soll eine DNA-Analyse in Paris bringen. Die Ermittlungen führen die französischen Behörden. Das Auswärtige Amt und das BKA sind in den Fall eingeschaltet.

Die Frau des Vermissten sei weiter auf der zu Frankreich gehörenden Insel, wie am Montag die Zeitung „Les Nouvelles de Tahiti“ berichtete. BKA und Auswärtiges Amt kümmern sich nach eigenen Angaben auch um die Betreuung weiterer Angehöriger.

Der deutsche Unternehmensberater war im Sommer 2008 gemeinsam mit seiner drei Jahre jüngeren Lebenspartnerin auf dem 14 Meter langen Katamaran „Baju“ von der Türkei aus zu einer Weltumsegelung gestartet. Freunde und Medien hatte das Paar über seine Reise per Internet-Blog informiert. Die beiden erreichten Ende August das in Französisch-Polynesien gelegene Pazifik-Archipel der Marquesas-Inseln.

Medien spekulierten, dass der 40-Jährige von Kannibalen ermordet wurde - wirkliche Hinweise darauf gab es jedoch nicht. Die Region fürchtet nun negative Auswirkungen auf den Tourismus. Die Suche nach dem verdächtigen Einheimischen lief bis zum Montag weiter ergebnislos. Die stellvertretende Bürgermeisterin des Inselortes, Déborah Kimitete, beschrieb den gesuchten 31-jährigen Jäger als gutmütigen Menschen. „Jeder kannte ihn“, erklärte sie der Zeitung „Les Nouvelles de Tahiti“.

dpa

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