Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Schnee und Eis führen weiter zu Verkehrsbehinderungen
Nachrichten Panorama Schnee und Eis führen weiter zu Verkehrsbehinderungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:49 25.12.2010
Die verschneite Autobahn 12 nach dem brandenburgischen Jacobsdorf (Oder-Spree). Quelle: dpa
Anzeige

Schneefälle und Eisglätte haben am Freitagabend und in der Nacht zu Samstag in weiten Teilen Deutschlands den Verkehr stark behindert. Wegen Zugausfällen und Verspätungen kamen Bahnreisende vor allem im Norden Deutschlands an Heiligabend nicht mehr rechtzeitig zu ihren Familien oder Freunden. Schneeverwehungen und Eisregen behindern den Straßen- und Schienenverkehr vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und im Norden Sachsen-Anhalts.

Auf der Ostseeinsel Rügen wurde der Zugverkehr nach Auskunft der Bahn vorübergehend völlig eingestellt. Wegen schlechter Straßenverhältnisse sei ein Ersatzverkehr nicht möglich. Auf mehreren Regionalstrecken in Mecklenburg-Vorpommern ruhte der Zugverkehr. Einen Ersatzverkehr konnte die Bahn nicht einrichten. Zwischen Rostock und Stralsund gab es große Verspätungen.

Anzeige

Mehrere Landes- und Kreisstraßen entlang der Ostseeküste, auf dem Darß und auf Rügen sowie nördlich von Neubrandenburg mussten Polizeiangaben zufolge für den Verkehr vorübergehend gesperrt werden. Auch in Niedersachsen und Schleswig-Holstein gab es nach starken Schneefällen etliche Straßensperrungen.

Verkehrsbehinderungen auch in anderen Bundesländern

In Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen fielen mehrere Regionalbahnverbindungen durch Schneeverwehungen und Oberleitungsstörungen aus. In Sachsen-Anhalt waren etliche Bundes- und Landesstraßen streckenweise gesperrt. In Hessen gab es erhebliche Verkehrsstörungen durch Schnee und Eis. Zu Staus kam es unter anderen auf der Autobahn 66 und auf Straßen im Wetteraukreis, im Schwalm-Eder-Kreis und im Kreis Waldeck-Frankenberg.

In Nordrhein-Westfalen ereigneten sich an Heiligabend von 4.00 Uhr bis Samstagmorgen 4.00 Uhr 874 witterungsbedingte Unfälle. Dabei wurden 4 Personen schwer und leicht verletzt. Eine Spaziergängerin wurde im Stadtwald von Gelsenkirchen durch einen abgebrochenen Ast getötet. Auf den Autobahnen 1, 2, 40, 44, 45 und A 46 bildeten sich aufgrund von Unfällen und Straßenglätte zahlreiche Staus, die sich zum Teil erst am späteren Abend auflösten. Im Regierungsbezirk Arnsberg wurde durch die Bezirksregierung um 19.30 Uhr ein Fahrverbot für Lastkraftwagen ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht erlassen.

Dach einer Lagerhalle in Hof eingestürzt

Auch Bayern blieb von Schneeverwehungen nicht verschont. Aufgrund der hohen Schneelast stürzte an Heiligabend am östlichen Ortsrand von Hof das Flachdach einer rund 20 mal 30 m großen Lagerhalle mit Speditionsgütern ein. Personen wurden nicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. Durch die Druckwelle fiel auch eine etwa acht Meter hohe Außenmauer in sich zusammen, ein Anbau wurde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.

In einigen Regionen Bayerns, so in der Rhön, konnten einige Landstraßen von den Schneemassen bis Samstagmorgen noch nicht geräumt werden.

Der Deutsche Wetterdienst warnte unterdessen am Samstagmorgen gebietsweise vor weiteren starken Schneefällen, teils mit unwetterartigen Schneeverwehungen in der Mitte und der Südosthälfte Deutschlands.

Teils kräftige Schneefälle mit Unwettercharakter sagten die Meteorologen für Baden-Württemberg, den Nordwesten Bayerns, Thüringen sowie Sachsen voraus. Dabei seien bis Sonntagnachmittag gebietsweise über 20 Zentimeter Neuschnee möglich. Auf Rügen drohen bei stürmischen Böen weitere starke Schneeverwehungen.

Der Fernverkehr der Bahn ist nach dem Winterchaos an Heiligabend am Sonnabend weitgehend problemlos angelaufen. Im Norden gibt es aber noch vereinzelte kleinere Streckensperrungen wegen Schneeverwehungen oder vereister Oberleitungen. Wetterbedingte Probleme gibt es auch zwischen Magdeburg und Braunschweig. Dort müssen die Züge umgeleitet werden. Die Verspätungen im Fernverkehr hielten sich jedoch insgesamt in Grenzen, sagte ein Bahnsprecher.

dapd/dpa

Mehr zum Thema

Für Tausende machte der harte Winter die Fahrt zur Familie oder in den Urlaub auch Heiligabend zur Tortur: Zugverbindungen waren unterbrochen, Autos kamen auf spiegelglatten Straßen nur im Schritttempo vor an. Und wieder mussten Flüge gestrichen werden.

24.12.2010

Tausende Flugpassagiere sitzen in Paris fest, weil Enteisungsmittel für die Flugzeuge fehlt. Weil ein Hallendach unter der Schneelast nachzugeben drohte, mussten sie auch noch das Terminal verlassen.

25.12.2010

Unschöne Bescherung: Eisregen stürzt den Bahnverkehr an Heiligabend ins Chaos. Viele Reisende müssen fürchten, nicht mehr rechtzeitig zum Fest zu ihrer Familie zu kommen.

24.12.2010