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Panorama Ein erneuter Angriff auf die Meinungsfreiheit
Nachrichten Panorama Ein erneuter Angriff auf die Meinungsfreiheit
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21:57 14.02.2015
Laut Polizei feuerten die Täter 200 Schüsse auf die Veranstaltungssäle ab. Quelle: Scanpix Denmark
Kopenhagen

Terroralarm in Kopenhagen: Bei einem Angriff auf eine Kulturveranstaltung in der dänischen Hauptstadt sind mindestens ein Mensch getötet und mehrere verletzt worden, darunter drei Polizisten. Unbekannte feuerten am Samstag mit automatischen Waffen auf das Kulturhaus, in dem der schwedische Mohammed-Karikaturist Lars Vilks und zahlreiche andere Menschen über Kunst, Gotteslästerung und Meinungsfreiheit diskutierten. Die Polizei geht davon aus, dass der Angriff Vilks galt, der schon mehrfach Ziel von Anschlägen war. Die dänische Regierung sprach von einem Terrorakt. Vilks blieb unverletzt, ebenso der französische Botschafter, der unter den Gästen war.

Fünf Wochen nach dem blutigen Anschlag auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ und den anschließenden Terrorattacken in Paris mit insgesamt 20 Toten lösten die Schüsse in Kopenhagen Panik aus. Zeitweise herrscht Chaos im Umfeld des Tatortes. In den Fenstern des Hauses waren zahlreiche Einschusslöcher zu sehen. Die Polizei löste eine Großfahndung nach den vermutlich zwei Tätern aus. „Alles deutet darauf hin, dass die Schüsse eine politisch motivierte Attacke darstellen und deswegen ein Akt des Terrorismus sind“, sagte Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt. Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sprach in Peru von einem terroristischen Akt, die dänische Polizei zunächst von einer „möglichen Terrorattacke“.

Während einer Veranstaltung in Kopenhagen über Meinungsfreiheit und Islam sind am Samstag vor dem Gebäude Schüsse gefallen

Die Polizei fahndete am Samstagabend in ganz Dänemark nach den Tätern, die mit einem dunklen VW Polo auf der Flucht sein sollen. An den Hauptausfallstraßen Kopenhagens wurden Straßensperren errichtet. Die Kontrollen an den Landesgrenzen wurden erheblich verschärft, hieß es. An der Fahndung ist auch die deutsche Bundespolizei beteiligt, wie ein Sprecher am Samstagabend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die dänischen Sicherheitsbehörden hätten um diese Unterstützung gebeten. Es gehe um verstärkte Kontrollen und Fahndungsmaßnahmen im Grenzraum zwischen Deutschland und Dänemark.

Im Zusammenhang mit dem Terroranschlag in einem Kulturhaus in Kopenhagen hat die Polizei Kopenhagen ein Foto einer Sicherheitskamera veröffentlicht. Es zeigt einen Mann, der kurz nachdem das Fluchtauto im Borgervænget abgestellt worden war, von einer Überwachungskamera aufgenommen wurde. Ob es sich um den Täter handelt, ist nicht bekannt. Quelle: Polizei Kopenhagen

Zu den Rednern bei der Veranstaltung in Kopenhagen gehörte auch Vilks. Der französische Botschafter in Dänemark, François Zimeray, war ebenfalls dabei. „Ich bin unversehrt im Gebäude“, twitterte kurz nach dem Angriff.
Eine Zeitung hatte 2007 eine Zeichnung von Vilks veröffentlicht, die den Propheten Mohammed als Hund darstellte. Daraufhin wurde im Internet von einem Al-Kaida-Ableger im Irak ein Kopfgeld von 150.000 Dollar auf ihn ausgesetzt worden. Seither war der schwedische Künstler bereits mehrfach Ziel von Extremisten. Im Mai 2010 warfen zwei Männer Benzinflaschen durch ein Fenster in sein Haus.

Im Januar 2014 wurde in den USA die Amerikanerin Colleen LaRose alias „Dschihad Jane“ zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil sie nach Überzeugung des Gerichts zusammen mit islamistischen Verschwörern Vilks töten wollte. Das Mordkomplott wurde damals nicht ausgeführt. LaRose sei 2008 zwar nach Europa gereist, aber ein Treffen mit den Drahtziehern der Verschwörung kam nicht zustande, hieß es. Die Frau sei dann in die USA zurückgekehrt und später festgenommen worden.

Unbekannte haben am Sonnabend auf eine der größten Ölleitungen im Bürgerkriegsland Libyen einen Anschlag verübt. Die Pipeline verbindet ein Ölfeld in der Sahara bei Al-Sarir über 500 Kilometer mit der ostlibyschen Hafenstadt Tobruk.

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