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Panorama Schweinegrippe fordert zwei Todesopfer in Göttingen
Nachrichten Panorama Schweinegrippe fordert zwei Todesopfer in Göttingen
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22:39 03.01.2011
Das Gesundheitsamt rät zum Impfen: Leiter Pulz, Ministerin Özkan in Hannover. Quelle: dpa
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In der Vorwoche ist die Anzahl der Nachweise von Influenzaviren in Niedersachsen deutlich angestiegen. Das Landesgesundheitsamt wies in 24 von 124 eingereichten Proben das Schweinegrippevirus H1N1 nach. In der Region Hannover ist laut Gesundheitsamt derzeit kein Fall von Schweinegrippe bekannt. Auch bei anderen Influenzaviren gebe es bisher vergleichsweise niedrige Erkrankungszahlen, teilte eine Sprecherin mit.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin teilte am Montag mit, dass zwischen Oktober und Mitte Dezember 2010 bundesweit mindestens 32 Fälle von Schweinegrippe-Infektionen nachgewiesen wurden. „Da Todesfälle nicht meldepflichtig sind, können wir nicht genau sagen, wie viele Menschen bereits an dem H1N1-Virus verstorben sind“, sagte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher.

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Zwischen den beiden Verstorbenen aus Göttingen hat es der Stadtverwaltung zufolge keine Verbindungen gegeben. Demnach erlag das Mädchen bereits am 28. Dezember dem Virus. Zuvor hatte die gesamte Familie des Kindes Grippesymptome gezeigt – mit Ausnahme des geimpften Vaters. „Das Mädchen und seine beiden Geschwister sind zu Hause gepflegt worden“, sagte Stadtsprecher Detlef Jonannson. Am Abend des 28. habe das Mädchen starkes Fieber bekommen, wenig später konnte der Notarzt nur noch den Tod des Kindes feststellen. Die zwei Geschwister seien daraufhin in die Universitätsklinik Göttingen gekommen, bei einem der Kinder wurde das H1N1-Virus nachgewiesen. „Beide sind mittlerweile genesen“, sagte Johannson.

Anders als die verstorbene Dreijährige hat der 51-jährige Mann chronische Vorerkrankungen gehabt. „Der Mann lag schon länger bei uns im Krankenhaus“, teilte am Montag eine Sprecherin der Uni-Klinik Göttingen mit. Er verstarb dort am Montagvormittag. „Diese tragischen Fälle zeigen, dass die Influenza keine harmlose Erkrankung ist, sondern auch einen schweren Verlauf nehmen kann“, betonte Niedersachsens Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU).
Das Landesgesundheitsamt rät zu Impfungen gegen Influenza. „Um für die kommende Grippewelle ausreichend geschützt zu sein, sollte man sich aber möglichst noch in den nächsten Tagen impfen lassen, da die volle Schutzwirkung erst etwa 14 Tage nach der Impfung einsetzt“, sagte Matthias Pulz, Präsident des Landesgesundheitsamts. Mit dem Höhepunkt der Grippewelle sei Ende Januar oder im Februar zu rechnen.

Marina Kormbaki und Juliane Kaune

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