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Panorama Schwere Brände wüten im Norden
Nachrichten Panorama Schwere Brände wüten im Norden
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18:17 09.05.2011
Ein Brand im sogenannten Dosenmoor legte den Bahnverkehr zwischen Neumünster und Bordesholm lahm. Quelle: dpa
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Gleich mehrere Großfeuer haben am Montag in Schleswig-Holstein gewütet. Ein Supermarkt in Kiel brannte völlig aus, hohe Flammen und schwarze Rauchwolken stiegen auf. Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen. Ein Brand im sogenannten Dosenmoor legte den Bahnverkehr zwischen Neumünster und Bordesholm lahm; die Deutsche Bahn setzte als Ersatz Busse ein. Auch im Kreis Schleswig-Flensburg brannte ein Moorfläche. Angesichts der wochenlangen Trockenheit warnten die Behörden in Schleswig-Holstein und Hamburg erneut vor Waldbränden und mahnten zur Vorsicht.

Im Dosenmoor in der Nähe des Einfelder Sees brannten drei bis vier Hektar. Rund 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die Flammen in dem Naturschutzgebiet unter Kontrolle zu bringen. Bewohner mehrerer Häuser mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Feuerwehr legte Wassersperren, um zu verhindern, dass die Flammen auf Häuser übergreifen. Drei Straßen wurden gesperrt. Dicke Rauchwolken zogen über den Einfelder See in Richtung A7. Warum das Feuer entstand, war zunächst nicht klar. Im ganzen Norden hat es seit Wochen nicht geregnet, so dass überall hohe Brandgefahr besteht. Starker Wind erschwerte die Löscharbeiten.

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Fast wäre auch das landesweit bekannte Restaurant Roter Haubarg - ein historischer Bauernhof aus dem 17. Jahrhundert - auf der Halbinsel Eiderstedt ein Raub der Flammen geworden. Ein Nachbarhaus geriet in Brand, ein Übergreifen auf den Haubarg selbst sei aber verhindert worden, teilte die Polizei mit. Der Bestand des als Lagerhaus genutzten reetgedeckten Anbaus in Witzwort (Kreis Nordfriesland) verbrannte ebenso wie ein Lieferwagen. Vier Feuerwehren waren im Einsatz.

Wegen des Supermarkt-Brands in Kiel wurde die Bundesstraße 76 in Höhe der Eckernförder Straße gesperrt. Menschen kamen laut Feuerwehr nicht zu Schaden. Wie der Einsatzleiter der Feuerwehr der NDR1 Welle Nord sagte, wurde auch ein Reifenhandel neben dem Supermarkt evakuiert. Die Feuerwehr habe Wohnungen aufgebrochen, um sicherzugehen, dass keine Menschen mehr dort waren.

Das Feuer war um 14.50 Uhr gemeldet worden. Der Großeinsatz der Feuerwehr mit rund 100 Einsatzkräften sollte voraussichtlich noch bis in den Abend andauern. Hunderte Schaulustige behinderten die Löscharbeiten. Neugierige drangen bis auf wenige Meter an den Brandort heran, um Fotos und Videos zu machen. Nach bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei und Angaben von Zeugen ist das Feuer möglicherweise in einem im Außenbereich des Marktes stehenden Papiercontainer ausgebrochen.

Zweieinhalb Hektar Moorfläche bei Havetoft (Kreis Schleswig-Flensburg) fingen Feuer. Es hätten Büsche und Gräser gebrannt, das eigentliche Moor sei aber verschont geblieben, sagte der Einsatzleiter. Sechs Wehren mit 60 bis 70 Feuerwehrmännern waren im Einsatz. Das Feuer war am späten Nachmittag gelöscht. Die Ermittler schließen Brandstiftung als Ursache nicht aus. Auch hier kamen Menschen nicht zu Schaden.

Die höchste Waldbrand-Gefahrenstufe 5 herrscht in Schleswig-Holstein in weiten Teilen Dithmarschens, Nordfrieslands, des Kreises Schleswig-Flensburg sowie an der Elbe im Herzogtum Lauenburg. „Die Menschen sollten jedes Brandrisiko vermeiden, also kein Grillen, kein Feuer machen und auf Zigarettenkippen achten“, sagte der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Kiel, Christian Seyfert. Auch die Hamburger Wirtschaftsbehörde warnte.

Besonders betroffen seien auch Heideflächen. Besitzer von Autos mit Katalysator sollten nicht über ausgetrocknetem Gras parken, da der heiße Katalysator das Gras unter dem Fahrzeug entzünden könnte. In den nächsten Tagen sei nicht mit einer Entspannung der Gefahrenlage zu rechnen, sie wird sich hingegen zum Wochenende noch verschärfen, betonte die Hamburger Behörde.

dpa