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Panorama Sechsjähriger verursachte Wohnhausbrand mit vier Toten
Nachrichten Panorama Sechsjähriger verursachte Wohnhausbrand mit vier Toten
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16:40 07.09.2009
Die Einsatzkräfte haben unterdessen Gerüchte zurückgewiesen, Schaulustige hätten die Rettungsarbeiten behindert.
Die Einsatzkräfte haben unterdessen Gerüchte zurückgewiesen, Schaulustige hätten die Rettungsarbeiten behindert. Quelle: ddp
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Ein spielendes Kind hat den verheerenden Hausbrand mit vier Toten in Duisburg-Marxloh verursacht. Wie die Polizei am Montag mitteilte, hatte ein sechsjähriger Junge am Sonntag Papier an einem im Hausflur abgestellten Sofa angezündet. Als die Couch Feuer fing, versuchte das Kind vergeblich, die Flammen zu löschen. Dann lief der Junge davon. Das Kind hat der Polizei den Hergang bereits am Sonntagabend geschildert. Die Informationen wurden aber erst am Montag veröffentlicht.

Bei dem Feuer in dem Mehrfamilienhaus waren zwei Jungen im Alter von zwei und vier Jahren sowie ein zehnjähriges Mädchen ums Leben gekommen. Außerdem starb die 44-jährige Tante der Kinder. Drei Menschen - darunter der Vater der Familie sowie ein weiteres Kind - wurden verletzt.

Von dem brennenden Sofa hatten sich die Flammen laut Polizei rasch durch das Treppenhaus und die Holzdecken des Altbaus bis in die erste Etage ausgebreitet, in der die Familie lebte. Der Vater wurde von Nachbarn mit einer Leiter aus dem ersten Stock gerettet. Die Feuerwehr brachte einen weiteren Menschen aus dem Dachgeschoss mit einer Drehleiter in Sicherheit.

Die Eltern der Kinder werden derzeit laut Polizei seelsorgerisch betreut. Die Ergebnisse der Obduktion der Leichen lägen vermutlich am Dienstag vor.

Ein Sprecher der Stadt wies unterdessen Berichte zurück, dass die Löscharbeiten am Brandort durch Schaulustige behindert worden seien. Die Feuerwehr sei „in keiner Phase des Einsatzes durch Anwohner oder Schaulustige in ihren Arbeiten behindert“ worden. Vielmehr hätten sie die Rettungskräfte unterstützt und unter anderem ein parkendes Auto zur Seite geschoben, um den Einsatz der Drehleiter möglich zu machen.

Bei dem Brand waren zahlreiche Schaulustige vor Ort, weil in der Nähe ein Straßenfest stattgefunden hatte. Den von Anwohnern erhobenen Vorwurf, die Feuerwehr sei zu spät am Brandort erschienen, wies der Stadtsprecher ebenfalls zurück. Der erste Notruf sei um 16.02 in der Leitstelle der Feuerwehr eingegangen. Nur sechs Minuten später sei die Einsatzleitung vor Ort gewesen.

ddp

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