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Panorama Mutter will Mohamed in Berlin beerdigen
Nachrichten Panorama Mutter will Mohamed in Berlin beerdigen
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19:29 02.11.2015
Sie hoffen auf ein Bleiberecht für Mohameds Mutter: Der SPD-Abgeordnete im Abgeordnetenhaus von Berlin, Ilkin Özisik (r.), und Khubaib Ali Mohammed, einer der Anwälte von Mohameds Familie. Quelle: Soeren Stache/dpa
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Potsdam

Der getötete vierjährige Flüchtlingsjunge Mohamed soll in den nächsten Tagen nach islamischem Ritus in Berlin beerdigt werden. Das kündigte der Berliner SPD-Abgeordnete Ilkin Özisik am Montag im Namen der Familie an. Ein genauer Zeitpunkt und Ort stehe aber noch nicht fest.

Der Nebenklage-Anwalt von Mohameds Familie, Khubaib Ali Mohammed, sagte, die Kinderleiche sei am Montag freigegeben worden und werde am Dienstag von einem Bestattungsinstitut bei der Gerichtsmedizin abgeholt. Das Geld für die Beerdigung ist demnach bereits über eine Stiftung und durch Spenden zusammengekommen.

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Mohameds Mutter wird bisher nur geduldet

Der SPD-Politiker Özisik kümmert sich um die Familie, weil sein Wahlkreis in Moabit liegt. Mohamed war am 1. Oktober vom Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Moabit entführt worden. Sein mutmaßlicher Mörder gestand, dass er den Jungen sexuell missbraucht und einen Tag später in seinem Wohnhaus im brandenburgischen Kaltenborn erdrosselt habe.

Özisik und die beiden Rechtsanwälte der Mutter und der beiden Schwestern Mohameds forderten ein vorläufiges Bleiberecht für die bosnische Familie, die seit mehr als einem Jahr in Berlin lebt. "Wir brauchen einen Aufenthaltsstatus, unbedingt", sagte der SPD-Politiker. Bisher gebe es nur eine Duldung, die demnächst ablaufe.

Anwälte hoffen auf Entgegenkommen der Politik

Als Bosnierin hat die Mutter des toten Kindes eigentlich kaum Aussichten, legal in Deutschland zu bleiben. Die Anwälte gingen aber davon aus, dass es in diesem Fall wegen des schweren Schicksals ein Entgegenkommen der Politik geben werde. "Ich glaube, das ist kein Problem, diese Familie hierzubehalten", sagte der Anwalt Andreas Schulz.

Die Mutter will im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder als Nebenklägerin auftreten. Mohameds Vater lebt nicht mehr. Zur Familie gehört ein neuer Lebensgefährte der Mutter, eine zehnjährige Schwester Mohames und ein Baby.

Mutmaßlicher Doppelmörder schweigt

Der mutmaßliche Mörder von Mohamed (4) war am Donnerstag verhaftet worden. Die Mutter hatte der Polizei den entscheidenden Hinweis zu dem 32-Jährigen gegeben. Ein erster Hinweis auf ihn kam aber bereits davor aus dem familiären Umfeld. Der Ex-Schwager sei sich jedoch nicht sicher gewesen, ob der auf den Fahndungsfotos abgebildete Mann tatsächlich der später Festgenommene war, berichtete die Polizei.

Der mutmaßliche Doppelmörder hatte zunächst auch ein Geständnis abgelegt. Dabei räumte er ein, den verschwundenen Elias ebenfalls getötet zu haben. Die Leiche des Jungen war am Freitag im Kleingarten des 32-Jährigen gefunden worden.

Mord an Elias wird rekonstruiert

Seitdem schweigt der Tatverdächtige aber. "Bislang haben wir keine weitere Aussage des Mannes", sagte der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Christoph Lange, am Montag. Im Vordergrund stehe nun die Rekonstruktion des Mordes an Elias. "Wir benötigen die detaillierten Erkenntnisse der Rechtsmedizin, wie der Junge zu Tode gekommen ist." Erst dann könne ein erweiterter Haftbefehl gegen den 32-jährigen Tatverdächtigen beantragt werden.

Von Klaus Peters und Kirsten Baukhage

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