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Panorama "Smombie" schlägt "merkeln"
Nachrichten Panorama "Smombie" schlägt "merkeln"
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15:03 13.11.2015
Der Langenscheidt-Verlag hat "Smombie" zum "Jugendwort des Jahres" gekürt. Quelle: Symbolbild/ Jens Büttner
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München

Das neue "Jugendwort des Jahres" spielt auf die Abhängigkeit von Smartphones an und lautet "Smombie". Das aus Smartphone und Zombie zusammengesetzte Wort wird vom Langenscheidt-Verlag gekürt, wie eine Jury am Freitag in München entschied. "Smombie" beschreibt jemanden, der von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, weil er nur noch auf sein Smartphone starrt.

Kritik an Jury-Entscheidung

Auf Twitter reagierten viele Menschen erstaunt bis belustigt. "Was soll das sein", fragte ein Nutzerin, und ihrem Profilbild zufolge müsste sie "Smombie" eigentlich kennen. "Ich bin davon überzeugt, dass ich irgendwelche möchtegern coolen Mit-Vierziger die Jugendwörter selbst ausdenken", schrieb eine andere Nutzerin. Auch in den Vorjahren hatten viele Menschen mit den angeblich populären Wörtern nichts anfangen können.

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"'Smombie' ist mein absolutes Lieblingswort", erklärte Jurorin Ilknur Braun. "Es beschreibt punktgenau die heutige Selbstverständlichkeit vieler Menschen im Umgang mit dem Smartphone." Auf Platz zwei landete der Begriff "Earthporn" (etwa: Erd-Porno) als Bezeichnung für schöne Landschaften. "Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen", sagte "Bravo"-Chefredakteurin und Jury-Mitglied Nadine Nordmann, die persönlich "Earthporn" lieber auf Platz eins gesehen hätte.

Zunächst lag "merkeln" vorne

In einer Online-Abstimmung hatte das Verb "merkeln" noch vorne gelegen, das soviel bedeutet wie "nichts tun, keine Entscheidung treffen, keine Äußerung von sich geben". Letztlich fällte aber eine "unabhängige 20-köpfige Jury aus Jugendlichen, Sprachwissenschaftlern, Pädagogen und Medienvertretern" die Entscheidung, welche der zehn im Netz-Voting am häufigsten angeklickten Neuschöpfungen zum Jugendwort gekürt wurde.

Zur Auswahl stand auch "Tinderella"

Die Bezeichnung "Alpha-Kevin", die im Online-Voting eine Zeit lang auch ganz vorne mitgespielt hatte, war aus dem Rennen genommen worden, weil kein Kevin diskriminiert werden sollte. "Alpha-Kevin" stand für "der Dümmste von allen". Zur Auswahl standen außerdem Ausdrücke wie "rumoxidieren" als Synonym für chillen oder "Tinderella" für eine Frau, die exzessiv Online-Dating-Plattformen wie Tinder nutzt.

Im vergangenen Jahr wurde mit "Läuft bei dir" ein Satz zum Jugendwort gekürt. Mit der Wahl wirbt der Langenscheidt-Verlag jedes Jahr für sein Lexikon "100 Prozent Jugendsprache". Doch sprechen Jugendliche wirklich so? ZiSH hat vor der Wahl zum Jugendwort des Jahres den Test gemacht.

Jugendwort-Gewinner der vergangenen Jahre

- 2014: Läuft bei Dir. Im vergangenen Jahr wurde ein ganzer Satz zum „Jugendwort“ gekürt. Er soll als Synonym für cool oder krass gelten.
- 2013: Babo. Das Wort bedeutet so viel wie Boss oder Anführer. Der Ausdruck erinnert an den türkischen Begriff Baba (Vater) und wird vor allem in kurdischen Gebieten der Türkei benutzt. Hierzulande bekanntgemacht hat den Begriff der deutsch-kurdische Rapper Haftbefehl aus Offenbach - mit seinem Lied „Chabos wissen wer der Babo ist“.
- 2012: Yolo. Das ist ein Akronym und steht für „You only live once“ - eine Aufforderung, alle Chancen auf Erlebnisse zu nutzen.
- 2011: Swag. Der US-amerikanische Ausdruck bezeichnet eine „beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung“ oder eine „charismatisch-positive Aura“. Wörtlich übersetzt bedeutet „to swagger“ stolzieren, prahlen oder schwadronieren, und „swaggerer“ heißt Aufschneider oder Angeber.
- 2010: Niveaulimbo. Mit dem Begriff beschrieben Jugendliche 2010 das Absinken des Niveaus beispielsweise im Fernsehprogramm, bei Partys oder in Gesprächen.
- 2009: hartzen: Das an Hartz IV angelehnte Wort kann so etwas wie rumhängen oder auch arbeitslos sein heißen.
- 2008: Gammelfleischparty. Das erste „Jugendwort des Jahres“ ist eine wenig schmeichelhafte Bezeichnung für eine Ü-30-Party.

dpa

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