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Panorama Sommer 2011 gefühlt noch schlechter als gemessen
Nachrichten Panorama Sommer 2011 gefühlt noch schlechter als gemessen
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11:37 30.08.2011
Nass, trüb und kühl: Das ist der bleibende Eindruck, den viele Menschen vom Sommer 2011 behalten. Quelle: dpa
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Bremen/Hannover

Der DWD-Meteorologe Rüdiger Hartig vom Seewetteramt in Hamburg wies am Dienstag auf die komplexe Wetterwahrnehmung der Menschen hin. In gefühlt guten Sommern gibt es bei klarem Himmel starke Schwankungen zwischen Tages- und Nachttemperatur - und damit nicht unbedingt hohe Durchschnittswerte. Sonnige und warme Tage machten den Unterschied zu einem eher trüben und gleichmäßig temperierten Sommer wie in diesem Jahr. „Das Gefühl ist stark abgängig davon, ob die Sonne scheint“, sagt Hartig.

Ausgerechnet in dieser wichtigen Disziplin erwies sich der Sommer in Norddeutschland als knickerig. In den drei Monaten Juni, Juli und August zeigte sich die Sonne im niedersächsischen Landesdurchschnitt 483 Stunden. Im Mittel der vergangenen Jahre waren es 583 Stunden. Bremen trug sogar bundesweit die rote Laterne mit nur 463 Stunden (normal: 589 Stunden). Dafür maßen die Meteorologen des DWD im kleinsten Bundesland mit 16,8 Grad eine um 0,4 Grad über dem langjährigen Mittel liegende Durchschnittstemperatur. Auch in Niedersachsen lag die diese mit 16,6 Grad um 0,4 Grad über dem Mittel.

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Überaus großzügig zeigte sich der Sommer dafür in anderer Hinsicht, denn häufiger als in anderen Jahren gab es in Norddeutschland nasse Füße. In Niedersachsen fielen 272 Liter Regen je Quadratmeter. Zu erwarten gewesen wären nach der Statistik 219 Liter. Hier schnitt Bremen leicht besser ab: Es regnete 253 Liter (219). Aber auch beim Niederschlag gibt es zwischen den wissenschaftlich gemessenen und den erlebten Werten einen Unterschied. Wer am 4. August im Gewitter in der Bremer Innenstadt stand, dachte bei rund 40 Liter Regen je Quadratmeter in kurzer Zeit eher an Sintflut als an Sommer - und nur wenige Kilometer weiter blieb es trocken.

Einen DWD-Messwert zum Frösteln gab es auch noch. Die bundesweit niedrigste Sommertemperatur stammt aus Worpswede-Hüttenbusch nördlich von Bremen. Am 2. Juni zeigte das Thermometer dort 1,0 Grad - am Erdboden sogar -2,8 Grad.

dpa