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Panorama Spanische Weihnachtslotterie verlost 2,5 Milliarden Euro
Nachrichten Panorama Spanische Weihnachtslotterie verlost 2,5 Milliarden Euro
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20:05 21.12.2012
Jedes Gewinnerlos der spanischen Weihnachtslotterie bringt dem Besitzer 400.000 Euro ein. Quelle: dpa
Madrid

Zum 200-jährigen Bestehen des größten Lotterie der Welt gingen Lose im Wert von 3,6 Milliarden Euro in den Verkauf. 2,5 Milliarden Euro werden davon an Gewinnen ausgeschüttet. Der Hauptgewinn, genannt „el Gordo“ (der Dicke), beträgt vier Millionen Euro - und er könnte bis zu 180-mal ausgezahlt werden: So oft wird jede Losnummer verkauft. Dennoch sind Gewinner trotz des hohen Jackpots meist nicht gleich Millionäre. Da ein einzelnes Los 200 Euro kostet, begnügen sich die Spanier meist mit Zehntellosen, für die es dann auch nur ein Zehntel der jeweiligen Gewinnsumme gibt oder sie teilen sich Gemeinschaftslose mit Freunden und Kollegen. Dies hat zur Folge, dass die Millionengewinne nicht auf Einzelne entfallen, sondern über ganze Ortschaften oder Stadtviertel ausgeschüttet werden.

In diesem Jahr werden die Preise zum letzten Mal vollständig ausgezahlt. Von 2013 an kassiert das Finanzamt bei allen Gewinnen von mehr als 2500 Euro eine Steuer von 20 Prozent. Dabei ist der Fiskus auch jetzt schon der größte Gewinner der Weihnachtslotterie. Etwa 25 Prozent der Einsätze gehen an den Staat. Obendrein bekommt das Finanzamt alle Gewinne, die auf nicht verkaufte Lose entfallen: Die übriggebliebenen Lose gehen an den Staat zurück.

Vor der der beliebtesten Lotteriestelle der Hauptstadt reihten sich in den vergangenen Tagen Tausende Madrilenen in die langen Warteschlangen ein. Doch auch bei „Doña Manolita“ in der Altstadt von Madrid, sitzt das Geld nicht mehr so locker: Die Zahl der Loskäufer ist unverändert hoch, aber jeder Einzelne setzt im Durchschnitt weniger Geld ein.

So groß die Hoffnung auf einen kleinen Teil des 2,5-Millarden-Euro-Jackpots auch sein mag, bei sinkenden Einkommen und einer Arbeitslosenquote von über 25 Prozent im Euro-Krisenland sitzt das Geld nicht mehr so locker wie früher.

Die Weihnachtslotterie ist nicht nur die größte, sondern auch die älteste der Welt. Ihre Ursprünge gehen auf das Jahr 1763 zurück. Damals kam König Karl III. auf die Idee, Lose verkaufen zu lassen, um mit den Einnahmen Krankenhäuser und wohltätige Einrichtungen zu finanzieren. Die erste Ziehung in der heutigen Form fand vor 200 Jahren in Cádiz statt. In der südspanischen Hafenstadt wurde in jener Zeit auch Spaniens erste freiheitliche Verfassung proklamiert. Seither konnten weder Kriege noch Krisen die alljährliche Ziehung verhindern. Im spanischen Bürgerkrieg gab es im Jahr 1938 sogar zwei Ziehungen: eine in Barcelona in der republikanischen Zone und eine in Burgos in dem Gebiet, das von den Truppen des späteren Diktators Francisco Franco kontrolliert wurde. dpa

Hubert Kahl

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