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Panorama Staatsanwalt ermittelt nach Zugunglück
Nachrichten Panorama Staatsanwalt ermittelt nach Zugunglück
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22:49 18.06.2010
Schwierige Bergungsarbeiten im Wohngebiet: Mit zwei Schwerlastkränen wurden gestern die beiden verunglückten Züge von den Gleisen in Peine gehoben. Ein Regionalexpress war dort am Mittwochabend in einen entgleisten Güterzug gerast, 16 Menschen wurden verletzt. Die Lok und zwei Waggons landeten im Garten eines Mehrfamilienhauses. Voraussichtlich bis zum kommenden Dienstag bleibt die viel befahrene Strecke zwischen Hannover und Braunschweig gesperrt. Quelle: Büchler
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Unterdessen haben am Unglücksort die Bergungsarbeiten begonnen. Sie sollen im Laufe des heutigen Tages beendet werden. Erst danach kann mit der Reparatur von Gleisbett und Oberleitungen begonnen werden. Die Strecke zwischen Hannover und Braunschweig bleibt voraussichtlich noch bis zum kommenden Dienstag gesperrt. „Es ist Schaden in Millionenhöhe entstanden“, sagte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis am Freitag.

Ein mit 65 Reisenden besetzter Regionalexpress der Deutschen Bahn war am Mittwochabend um 23.30 Uhr in die drei mit Kies beladenen Waggons des Güterzuges der privaten Mittelweserbahn gerast. Dabei durchbrach er einen Lärmschutzwall und stürzte in nahe gelegene Gärten. Der 41-jährige Lokführer des Regionalexpresses wurde mit mehreren offenen Beinbrüchen in die Medizinische Hochschule Hannover gebracht. Nach Bahnangaben ist er inzwischen außer Lebensgefahr. 15 Bahnpassagiere erlitten leichte Verletzungen, die Anwohner der Bahnstrecke kamen mit dem Schrecken davon.

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Wie es zu dem Unfall kam, ist weiter unklar. „Wir wissen nur, dass mehrere Waggons entgleist sind“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Freitag. Die Ursache dafür kennen die Ermittler von Bundespolizei und Eisenbahn Bundesamt bisher nicht. Wegen Problemen an seinem Zug hatte der Lokführer des Güterzuges bereits bei Braunschweig gestoppt. Nachdem er keine Fehler festgestellen konnte, fuhr der 41-Jährige jedoch weiter. Bei der Durchfahrt im Peiner Bahnhof bemerkten Bahnmitarbeiter dann erneut einen Fehler. Der Güterzug erhielt einen Haltebefehl.

Spätestens daraufhin entgleisten drei der 50 Waggons. Wenige Augenblicke später raste der Regionalexpress auf seinem Weg von Rheine nach Braunschweig in das Hindernis.

„Wir können aber nicht ausschließen, dass einer der Kieswaggons bereits früher entgleist ist und mitgeschleift wurde“, sagte Ralph Fischer, Sprecher des Eisenbahnbundesamtes, am Freitag. Möglicherweise hat der Zugführer davon nichts bemerkt. Es würden nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch Betriebsabläufe und Kommunikation vor dem Zusammenstoß der beiden Züge untersucht. Außerdem werde der Oberbau des Gleisbettes untersucht. „Ob das Unglück zu verhindern gewesen wäre, können wir noch nicht sagen“, berichtete Fischer. Zahlreiche Trümmerteile wie Achsen und Waggons wurden am Freitag sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet.

Unterdessen haben die Räumungsarbeiten an der Unfallstelle begonnen. Zwei riesige Kräne mit 500, beziehungsweise 150 Tonnen Tragkraft waren im Einsatz und hoben Wagen und Lokomotive, soweit noch funktionsfähig, zurück auf die Schienen. Von dort sollen sie in die Werkstatt fahren. Die anderen Zugteile werden mit Schwertransportern dorthin gebracht. Im Laufe des heutigen Tages will die Bahn mit den Reparaturarbeiten an der Strecke beginnen. „Wir wissen noch nicht, wie stark die Gleise beschädigt sind. Schienen und Schwellen müssen aber auf jeden Fall ausgetauscht werden. Wahrscheinlich sind auch die Oberleitungen beschädigt“, berichtete Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Bis Dienstag sollen die Arbeiten auf der viel befahrenen Strecke zwischen Hannover und Braunschweig beendet sein.

Bis dahin müssen Reisende mit Schwierigkeiten rechnen. Schnellzüge zwischen Hannover und Leipzig werden über Wolfsburg umgeleitet und halten während dieser Zeit nicht in Braunschweig. Regionalzüge fahren über Hildesheim nach Hämelerwald. Von dort setzt die Bahn Busse nach Peine ein. Ab Peine fahren wieder Züge in Richtung Braunschweig. „Der Verkehr auf den Ausweichstrecken läuft stabil. Aber es gibt Verspätungen, weil unsere Züge auf die Busse warten müssen“, sagte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis Freitag. Zusätzliche Züge würden nicht eingesetzt.

Christian Albroscheit

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