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Panorama Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Diakon wegen Kinderporno-Verdachts
Nachrichten Panorama Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Diakon wegen Kinderporno-Verdachts
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16:51 13.03.2019
Der Tipp kam von US-Behörden: In Trier laufen Ermittlungen gegen einen Diakon wegen des Verdachts des Besitzes kinderpornografischer Schriften (Schild mit der Aufschrift „Staatsanwaltschaft“, Symbolbild). Quelle: dpa
Trier

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Diakon der katholische Kirche im Bistum Trier wegen des Verdachts des Besitzes kinderpornografischer Schriften. Er soll eine Datei mit einer Abbildung kinderpornografischen Inhalts auf einer Online-Plattform zum Tausch mit anderen Nutzern im Internet hochgeladen haben, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen in Trier mit. Der Verdacht beruhe auf Erkenntnissen, die US-amerikanische Ermittlungsbehörden bei Internetermittlungen gewonnen und an die deutschen Behörden weitergegeben hätten.

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten im Februar sei Datenmaterial beschlagnahmt worden, das derzeit ausgewertet werde, sagte Fritzen. Der Beschuldigte sei bislang strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten. Fritzen wies darauf hin, dass bis zu einer etwaigen Verurteilung des Mannes die Unschuldsvermutung gelte.

Auch kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet

Aufgrund der Ermittlungen beurlaubte das Bistum Trier den Diakon mit sofortiger Wirkung. Ein kirchenrechtliches Voruntersuchungsverfahren sei eingeleitet worden, teilte die Pressestelle am Mittwoch in Trier mit. Der Mann ist ein sogenannter Diakon mit Zivilberuf: Er war bis vor kurzem im Trierer Klinikum Mutterhaus tätig.

Am Mittwoch gab das Klinikum bekannt, sich wegen des Verdachts von dem Mitarbeiter getrennt zu haben. Der Mann habe das Mutterhaus selbst über die Ermittlungen informiert, teilte die Sprecherin der Klinik mit. Noch am selben Tag sei das Arbeitsverhältnis mit ihm einvernehmlich beendet worden. „Er ist seitdem nicht mehr im Haus gewesen“, sagte sie.

„Aus präventiven Gründen beurlaubt“

Die Trennung von dem Mitarbeiter sei in den vergangenen Tagen erfolgt, sagte die Sprecherin der Klinik. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Mann bei der Ausübung seines Berufes strafbar gemacht habe. Der Vorwurf beziehe sich auch nicht auf die Tätigkeit des Mannes als Diakon, teilte das Bistum Trier mit. Auch andere Vorwürfe gegen ihn seien nicht bekannt.

Dennoch sehe sich das Bistum Trier nach seinen Leitlinien „aus präventiven Gründen zu der Beurlaubung verpflichtet. Und das Klinikum ahnde im Sinne einer „Null-Toleranz-Politik“ bewusstes, rechtswidriges Fehlverhalten und Verstöße gegen interne Richtlinien konsequent und ohne Rücksicht auf Rang und Position der handelnden Personen, hieß es. Nach Kenntnis der Klinik hat es einen solchen Fall bei Mitarbeitern des Mutterhauses noch nicht gegeben.

Ein Diakon im Zivilberuf bringt seinen Glauben in den Berufsalltag ein und lebt ihn dort. Außerhalb seiner beruflichen Tätigkeit wirkt er als Diakon in der Seelsorge einer Kirchengemeinde mit.

Von dpa/RND