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Panorama Starkes Nachbeben in Haiti
Nachrichten Panorama Starkes Nachbeben in Haiti
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14:44 20.01.2010
Das Nachbeben in Haiti versetzt die Menschen in Panik.
Das Nachbeben in Haiti versetzt die Menschen in Panik. Quelle: ap
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Haiti kommt nicht zur Ruhe: Massive Erdstöße haben den Karibikstaat am Mittwoch, nur acht Tage nach dem Jahrhunderterdbeben, erneut erschüttert. Sie erreichten nach Angaben der US-Erdbebenwarte die Stärke 6,1. Das Zentrum lag etwa 60 Kilometer westsüdwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince in knapp zehn Kilometern Tiefe. In dem bereits weitgehend zerstörten Port-au-Prince gerieten die Menschen in Panik, als die Erde um 06.03 Uhr (Ortszeit) erzitterte. Es gab zunächst keine Angaben über Schäden und möglichen Opfer des neuen Bebens.

„Es hat zunächst ein stärkeres Beben und dann einen schwächeren Erdstoß gegeben. Das hat nur etwa zehn Sekunden gedauert“, sagte der dpa-Korrespondent in Port-au-Prince. Diejenigen, deren Häuser noch standen, seien verängstigt auf die Straßen gelaufen. Die Koordinatorin der Organisation „Help - Hilfe zur Selbsthilfe“, Janina Niemietz, berichtete der dpa aus Petionville, einem Stadtteil von Port-au-Prince, dass die Menschen dort schreiend auf die Straße gelaufen seien. “Überall gehen Sirenen. Aber ich kann nichts über Schäden oder mögliche Opfer sagen.“

US-Journalisten berichteten von schwankenden Häusern auch in der Hauptstadt des Karibikstaates. Nach anderen Angaben sollen in Port-au-Prince vom ersten Beben bereits stark beschädigte Häuser nun ganz eingestürzt sein. Das neue Beben dürfte die Arbeiten der tausenden internationalen Rettungskräfte weiter erschweren, die mitten im Chaos auch mehr als eine Woche nach der Katastrophe nach Überlebenden und Verschütteten in den Trümmern suchen.

Bereits unmittelbar nach dem ersten Beben vom vergangenen Dienstag mit einer Stärke von 7,0 hatte mehrere heftige Nachbeben mit einer Stärke von über 5,0 Haiti erschüttert. Die Regierung befürchtet, dass bei der Katastrophe bis zu 200 000 Menschen ums Leben kamen. Mehr als 70 000 Tote wurden bereits aus den Trümmern gezogen. In Port-au- Prince und Umgebung halten sich mittlerweile zahlreiche internationale Helfer und Soldaten auf, darunter auch viele Rettungsmannschaften aus Deutschland. Täglich treffen neue Helfer und Journalisten in Haiti ein.

Nachbeben überraschte viele im Schlaf

Das schwere Nachbeben in Haiti geschah genau um 6.03 Uhr (Ortszeit) und überraschte viele Menschen im Schlaf. „Wir waren in unserem Hotel in der Nähe des Flughafens und haben es alle herausgeschafft“, berichtete Marwin Meier von der Hilfsorganisation World Vision Deutschland. Über neue Schäden war zunächst nichts bekannt. „Viele der Gebäude, die noch standen, waren schon sehr brüchig und baufällig“, sagte Meier. Weitere Tote seien zu befürchten. Allerdings seien nach dem schweren Beben viele Menschen aus Angst nicht in ihre beschädigten Gebäude zurückgekehrt.

dpa

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