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Panorama Streit um Lotto-Millionen vor Gericht
Nachrichten Panorama Streit um Lotto-Millionen vor Gericht
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14:42 03.12.2009
Beim Geld hört die Freundschaft auf: Lotto-Gewinner vor Gericht. Quelle: lni

Das wurde am Donnerstag im Landgericht Hildesheim deutlich. Zwar will Richter Michael Meyer-Lamp am 6. Januar entscheiden, ob der Gewinn unter allen drei Monteuren geteilt werden muss oder ob das Geld doch nur zwei von ihnen gehört. Doch für den Richter steht jetzt schon fest, dass seine Entscheidung nicht das letzte Wort sein wird: „Das geht in die nächste Instanz.“ An das Geld kommt derzeit keiner der drei, die Konten sind gesperrt, solange der Rechtsstreit nicht entschieden ist.

Am Donnerstag hörte das Gericht sieben Zeugen, die den verworrenen Streit aber kaum klären konnten. Klar wurde nur: Beim Geld hört die Freundschaft auf. Und: Lotto spielen die Arbeiter bei Bosch in Hildesheim nicht mehr und von Tippgemeinschaften haben sie erst recht die Nase voll. „Seit dem Vorfall machen wir das nicht mehr“, erzählte ein Betonbauer.

Treibende Zocker-Kraft in dem Betrieb war jedoch einer der Angeklagten. „Er war richtig verrückt danach. Manchmal war ich wirklich böse auf ihn, weil das ja auch Geld kostete“, beschrieb die Ehefrau dessen Leidenschaft für den kleinen Traum von Glück. Er organisierte das Spiel der Kollegen, gab die Scheine in der Lottoannahmestelle ab, sammelte Geld ein und zahlte Gewinne aus. „Wir haben ihm vertraut“, sagte ein ehemaliger Kollege, der nur hin und wieder mitmachte. Doch steht der Initiator und ein Kumpel im Verdacht, einen dritten Mitspieler ausgebootet zu haben, als am 2. Juli 2008 tatsächlich mit dem „Super Ding 2008“, einer speziellen Lotto-Spielvariante, der große Geldregen kam.

Zwei Scheine extra?

Selbstverständlich saß der Angeklagte an jenem Mittwochabend wie gebannt vor dem Fernseher und verfolgte die Ziehung der Zahlen live. Was danach passierte, darüber gehen die Schilderungen dann auseinander. Der eventuell ausgebootete Kollege beruft sich auf Telefonate und SMS vom selben Abend und hatte am ersten Verhandlungstag betont, auch er habe mitgespielt. „Ich habe nach der Schicht 21 Euro bezahlt für das Superding.“ Dagegen behaupteten die beiden anderen, sie hätten sich spontan zusätzlich zwei Scheine extra gekauft, an denen der Kollege gar nicht beteiligt gewesen sei.

Klar wurde am Donnerstag nur: Es gab in den Tippgemeinschaften bei Bosch wechselnde Teilnehmer; mal bezahlten die Kollegen vor Abgabe des Scheines, mal hinterher ihren Obolus; mal bekamen sie eine Kopie der Spielquittung, mal auch erst später oder gar nicht; mal wussten sie, wer noch mitmachte, mal nicht. Und so richtig Ahnung oder den Überblick hatte scheinbar keiner.

Von einem Vergleich wollten die drei Streithähne am Donnerstag nach wie vor nichts wissen - Richter Meyer-Lamp hatte vorgeschlagen, dass die beiden unstreitigen Gewinner je rund 670.000 Euro, der dritte sich ausgebootet fühlende Kollege etwa 395.000 erhalten sollte. Nun werden sich die drei Kollegen am 6. Januar wiedersehen, wenn das Gericht seine Entscheidung verkündet.

lni

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