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Panorama Streusalz kostet öffentliche Hand über zehn Millionen Euro
Nachrichten Panorama Streusalz kostet öffentliche Hand über zehn Millionen Euro
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22:11 01.02.2010
Terues Gut: Streusalz wird in Niedersachsen knapp. Quelle: dpa
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Der Winter in Niedersachsen wird teuer: „Wir haben in diesem Winter erheblich mehr Salz gestreut als sonst, und es ist noch kein Ende in Sicht“, sagte Heike Haltermann, Sprecherin der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Auf mehr als zehn Millionen Euro sind die Kosten für Streusalz in dieser Saison bisher geklettert, normalerweise bezahlt das Land nach Auskunft von Haltermann etwa sechs Millionen Euro dafür. Doch die Nachfrage ist enorm: 150 000 Tonnen Streusalz sind bereits auf Niedersachsens Autobahnen sowie Bundes- und Landstraßen gelandet, in durchschnittlichen Wintern sind es gerade mal 100 000 Tonnen in der ganzen Saison. Und jede weitere Tonne kostet rund 70 Euro. Ob auch das Ausmaß der Frostschäden an den Straßen größer ist als in den Vorjahren, steht noch nicht fest. „Eine Bilanz ist erst im Frühjahr möglich, wenn der Boden aufgetaut ist“, sagte Haltermann.

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Die Region Hannover stellt sich darauf ein, dass die Kosten für den Winterdienst um rund 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen könnten. „Im vorigen Winter haben wir etwa 300 000 Euro für den Räum- und Streudienst ausgegeben“, sagte Regionssprecher Klaus Abelmann. Diese Summe sei bereits überschritten; man rechne damit, dass der Winterdienst in diesem Jahr mit bis zu 500 000 Euro zu Buche schlagen könnte. Hingegen will sich der Abfallwirtschaftsbetrieb aha, im Stadtgebiet Hannover für den Winterdienst zuständig, auf keine Prognose zu Mehrkosten einlassen. „Fest steht, dass es teurer wird“, sagte Sprecher Stefan Altmeyer. Und ebenso sicher ist, dass Stadt und Region noch einmal tief in die Tasche greifen müssen, wenn Eis und Schnee getaut sind. Erst dann werde man sehen, sagte Abelmann, „wie groß die Schäden sind, die der Frost auf den Straßen hinterlassen hat.“

Hannover steht mit den Mehrkosten längst nicht alleine da – auch die Stadt Wolfsburg stellt sich darauf ein. Die dortige Abfallwirtschaft und Straßenreinigung hat nach Angaben des städtischen Pressesprechers Ralf Schmidt bisher 1300 Tonnen Salz verbraucht, 900 Tonnen mehr als in sonstigen Wintern. Zudem seien rund 80 000 Euro an Überstunden für die Mitarbeiter des Winterdienstes angefallen.

Negativ könnte sich der strenge Winter auch auf die Wirtschaftsleistung auswirken. „Der Wirtschaft gehen durch den harten Winter etwa zwei Milliarden Euro verloren“, sagte der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Volker Treier. Dadurch werde das Wachstum im ersten Quartal um 0,4 Prozentpunkte schwächer ausfallen. Auf das Jahr hochgerechnet werde die Wachstumsrate demnach um 0,1 Prozentpunkte geringer ausfallen.

Katharina Grimpe und Vivien-Marie Drews