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Panorama Sturm stoppt Suche nach verschüttetem Mädchen auf Rügen
Nachrichten Panorama Sturm stoppt Suche nach verschüttetem Mädchen auf Rügen
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16:43 28.12.2011
Sturm und drohende Erdrutsche verhindern eine weitere Suche nach dem verschütteten Mädchen auf Rügen.
Sturm und drohende Erdrutsche verhindern eine weitere Suche nach dem verschütteten Mädchen auf Rügen. Quelle: dpa
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Kap Arkona/Bergen

Die Suche nach dem verschütteten Mädchen auf Rügen geht voraussichtlich erst im neuen Jahr weiter. Der Sturm und ein instabiler Steilhang an der Stelle, wo ein gewaltiger Küstenabbruch die Zehnjährige aus Brandenburg am Montag begraben hatte, verhinderten am Mittwoch eine Rückkehr der Suchmannschaften.

„Wir waren am Morgen am Unfallort. Der Sturm drückt das Wasser auf den Strand und im Steilhang werden die Risse immer breiter. Es wäre nicht zu verantworten, jetzt wieder Rettungskräfte dort hinzuschicken“, sagte Einsatzleiter Daniel Hartlieb. Die Wetteraussichten ließen für die kommenden Tage keine grundlegende Besserung erwarten.

Der stellvertretende Landrat von Vorpommern-Rügen, Lothar Großklaus (CDU), kündigte für Freitag eine weitere Beratung mit Rettungskräften und Kommunalpolitikern am Kap Arkona an. „Wir wollen schauen, wie wir weiter verfahren können. Hoffnung, das Kind lebend zu finden, gibt es aber nicht mehr“, sagte er. Das Areal rund um die Unglücksstelle bleibe bis auf weiteres gesperrt. Das traditionelle Silvester-Feuerwerk am Kap Arkona sei abgesagt worden.

Großklaus machte wie Hartlieb deutlich, dass die Suche nach der Zehnjährigen möglichst rasch fortgesetzt werden solle. Doch müsse sich das Wetter erst beruhigen. „Wir wollen sie aber finden und sobald wie möglich die Suche fortsetzen. Das ist wichtig auch für die Mutter und die Schwester“, sagte Hartlieb.

An der Nordspitze Rügens waren am Montag nach tagelangem Regen aus dem fast 40 Meter hohen Steilufer mehrere tausend Kubikmeter Kreide und Mergel in die Tiefe gestürzt und hatten eine Frau aus Nordbrandenburg mit ihren 10 und 14 Jahre alten Töchtern erfasst. Die Familie war dort zu einem Weihnachtsspaziergang unterwegs. Das ältere Mädchen und die Mutter, die dem Vernehmen nach Beinbrüche erlitt, wurden gerettet. Die Zehnjährige wird vermisst. Am Dienstag war die Suche aus Sicherheitsgründen abgebrochen worden.

Nach dem tragischen Unglück wird der Schutz der Feriengäste vor gefährlichen Küstenabbrüchen auf Rügen zunehmend zum Thema. „Wir haben 1000 Kilometer Küste. Da wäre es für den Tourismus durchaus zu verschmerzen, zwei oder drei besonders gefährdete Strandkilometer an Steilufern für Spaziergänger zu sperren“, sagte Großklaus.

Hangabbrüche kaum vorhersehbar

Doch müssten Kommunalpolitiker, Behörden und Verbände einbezogen werden. „Was wir nicht brauchen, sind Schnellschüsse und zusätzliche Bürokratie“, betonte er. Der Landestourismusverband und auch Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatten sich dagegen ausgesprochen, Steilküsten grundsätzlich zu sperren.

Die bis zu 100 Meter hohen Kreidefelsen bei Sassnitz und auch die Steilküste am Kap sind besondere Anziehungspunkte der Insel Rügen. „Man kann sie sich auch sehr gut auf Schiffen vom Boot aus ansehen. Das ist auf jeden Fall sicherer“, sagte der Vize-Landrat.

Hartlieb hält eine eindringlichere Warnung der Feriengäste vor den Gefahren der Steilküsten für dringend geboten. Sowohl Tourismusverbände als auch Hoteliers und Privatvermieter sollten mehr aufklären. „Ich als Rüganer würde an der Steilküste nicht spazierengehen. Mir sind die breiten Sandstrände an der Schaabe oder bei Binz lieber - und sie sind sicher“, sagte Hartlieb.

Geologen hatten darauf hingewiesen, dass Hangabbrüche Teil  der natürlichen Küstendynamik und kaum vorhersehbar seien. So hatte es den Angaben zufolge an der jüngsten Unglücksstelle am Kap Arkona seit gut 100 Jahren keinen solch großen Erdrutsch gegeben.

Die Staatsanwaltschaft Stralsund hat unterdessen allgemeine Vorermittlungen zu dem Unglück begonnen. Dabei werde zunächst nur geprüft, ob gegen jemanden ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden müsse, erläuterte Behördensprecher Rolf Kuhlmann. Das könnten etwa Verantwortliche sein, die möglicherweise für eine Sperrung des Küstenabschnitts hätten sorgen müssen. Ermittlungen gegen die Mutter des verschütteten Mädchens schloss er aus: „Das sehe ich zur Zeit wirklich nicht“, sagte der Staatsanwalt.

frx/dpa

28.12.2011
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