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Panorama Tornado verwüstet Kleinstadt Bützow bei Rostock
Nachrichten Panorama Tornado verwüstet Kleinstadt Bützow bei Rostock
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19:32 06.05.2015
Die Hauptstraße wie auch die gesamte Innenstadt war am Mittwoch morgen gesperrt, überall auf den Straßen liegen Tausende Ziegel von abgedeckten Dächern. Quelle: dpa
Bützow

Fassungslos stehen die Einwohner von Bützow am Mittwochmorgen auf dem Marktplatz und schauen zu ihrer Stiftskirche. Ein Tornado deckte am Dienstagabend das riesige Dach der Kirche bis zu einem Viertel ab. Tausende Ziegel liegen zerborsten auf dem Boden - neben umgestürzten Bäumen und völlig zerstörten Autos. Auch das Rathaus nebenan zeigt deutlich sichtbare Schäden. "Die Ziegel kamen wie Geschosse heran", berichtet Christian Grüschow, parteiloser Bürgermeister der Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern. Er selbst hat eine leichte Verletzung an der Hand erlitten.

Auch Horst Rebien steht der Schrecken des vergangenen Abends noch tief im Gesicht. "Mit einem Mal wurde es dunkel. Ich war auf dem Balkon und bin dann rein. Und auf einmal krachte es", sagt er mit leicht zitternder Stimme. Auch das Dach seines Hauses ist schwer beschädigt. Von dem, was dann in den knapp zehn Minuten danach passierte, wird in der kleinen Stadt nahe Rostock noch die kommenden Jahre gesprochen werden. Blitze und Donner wechselten im Sekundentakt. "Es hörte überhaupt nicht auf", sagt Winfried Klar, als er am Morgen in seinem Hof die Ziegel und noch viel mehr Unrat zusammenkehrt. "Erst kam ein bisschen Regen und dann das Chaos."

Am Tag nach dem schweren Sturm in der Kleinstadt Bützow ist die gesamte Innenstadt stark verwüstet, überall auf den Straßen liegen Tausende Ziegel von abgedeckten Dächern.

Die freigesetzten Kräfte hätten alles bisher Bekannte in den Schatten gestellt. Wie als Zeichen für diese rohe Naturgewalt steckt in einem Haus am Marktplatz in acht Metern Höhe der Rest eines Ziegels, der sich da hineingebohrt hat. Manche Leute hätten angesichts der Wucht des Unwetters und der Hilflosigkeit einfach nur geweint, erzählen die Bützower. Die genauen Schäden lassen sich an diesem Mittwochmorgen noch nicht abschätzen. Die Verantwortlichen trauen sich zunächst nur, von "vielen Millionen Euro" zu sprechen.

Die Experten gehen davon aus, dass alleine die Schadensaufnahme mehrere Tage dauern wird. Statiker müssen Häuser vermessen, drei Wohnhäuser gelten schon als unbewohnbar. Die Anwohner sind bei Verwandten untergekommen. Die Zahl der zerstörten Autos geht wohl in die Dutzende. Es grenzt an ein Wunder, dass nur eine Frau schwere Verletzungen erlitten hat, 30 weitere Bützower wurden leicht verletzt. Der Landrat des Kreises Rostock, Sebastian Constien (SPD), zeigt sich beeindruckt von der Solidarität unter den Einwohnern.

Zu den rund 130 Feuerwehrleuten und anderen Katastrophenhelfern gesellten sich gleich nach dem Unwetter Dutzende Einwohner. Mit Schaufeln und großen Besen ausgerüstet wollten sie helfen, ihre Stadt so schnell es irgendwie geht, wieder in einen lebenswerten Zustand zu versetzen. Auch am Mittwochmorgen kamen die Helfer zur Feuerwache. Doch die Aufräumarbeiten werden dauern, ist Constien sicher.

Zunächst müssen alle Dächer auf den richtigen Sitz der Ziegel überprüft werden. Die Fußgänger wurden aufgefordert, in der Mitte der Straße zu gehen. Nicht, dass sich doch noch ein Ziegel löst und schwere Verletzungen verursacht. Doch an diesem Mittwoch regt sich kein Lüftchen. Nur wenige Wolken verdecken die Sonne. Die Bäume, die stehengeblieben sind, zeigen sich in schönstem Frühlingsgrün. Als hätte es den zerstörerischen Tornado nie gegeben.

Nur fünfzig Kilometer entfernt hat ein Amateurfilmer einen Tornado aufgezeichnet. Der Film entstand bei Rampe in der Nähe von Schwerin.

Mann in Hamburg kommt ums Leben

Bei dem schweren Unwetter am Dienstag ist ein 26-Jähriger am Hamburger Fischmarkt durch ein einstürzendes Vordach getötet worden. Die Teile seien am Dienstagnachmittag auf sein Auto gefallen und hätten den Mann eingeklemmt, sagte ein Polizeisprecher. Die schwangere Lebensgefährtin des Opfers, die ebenfalls im Wagen saß, kam verletzt in ein Krankenhaus.

dpa

Bei dem Erdbeben in Nepal ist offenbar auch die 20-jährige Nina S. aus Lehrte ums Leben gekommen. Nepalesische Behörden veröffentlichten den Namen der bislang vermissten jungen Frau am Mittwochmorgen in einer Liste mit Todesopfern. Nach einer Freundin von Nina S. wird noch gesucht.

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