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Panorama Deutscher Soldat im Skagerrak vermisst
Nachrichten Panorama Deutscher Soldat im Skagerrak vermisst
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23:09 20.11.2015
Die Fregatte "Sachsen", Archivbild von 2006. Quelle: Maurizio Gambarini/dpa
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Hirtshals

Im Skagerrak wird seit Donnerstagabend ein Soldat der Fregatte "Sachsen" der Deutschen Marine vermisst. Der 28 Jahre alte Soldat war am Donnerstagabend gegen 22 Uhr zuletzt an Bord des 143 Meter langen Schiffes gesehen worden. 

Schwimmweste blieb zurück

Gegen 23 Uhr meldeten seine Kameraden ihn als vermisst, wie ein Sprecher des Marinekommandos Rostock bestätigte. Eine Absuche des Schiffes ergab keine Spur von dem Mann. Es wurden nach Informationen der "Kieler Nachrichten" nur die Schwimmweste sowie persönliche Gegenstände des Mannes an Bord gefunden. 

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Der Kommandant der "Sachsen" hatte bereits kurz nach 23 Uhr sofort die dänische Marine- und Seenotleitung in Aarhus alarmiert. Daraufhin starteten aus Aarhus zwei große SAR-Hubschrauber der dänischen Marine. Im Laufe der Nacht beteiligten sich in dem Seegebiet zwischen Dänemark und Norwegen 20 Schiffe und Luftfahrzeuge an der Suche. "Es sind neben deutschen auch dänische Marineeinheiten im Einsatz", teilte ein Sprecher des dänischen Seenotzentrums der Marine in Aarhus mit.

Suche bisher erfolglos

Am Freitagabend wurde die Suche aber erfolglos abgebrochen. "Die Wassertemperatur beträgt dort nur zehn Grad außerdem ist das Wetter sehr schlecht", sagte der Sprecher der dänischen Marine. Dennoch haben die Marineeinheiten bis zum Einbruch der Dunkelheit bei hohen Wellen und Sturm weiter gesucht. Auch ein Flugzeug der Deutschen Marine wurde für die Suche von Nordholz ins Seegebiet nördlich Hirtshals geschickt, teilte ein Marinesprecher auf Anfrage mit.

Die Gesamtleitung der Suchaktion hatte vor Ort der Kommandant der Fregatte "Sachsen". An der Suche haben sich auch sofort die deutschen Marineeinheiten "Siegburg", "Herten", "Fehmarn" und "Mecklenburg-Vorpommern" beteiligt. Die dänische Marine schickte  Patrouillenboote und  Rettungskreuzer.

Längere Auslandsreise

Wie und wo genau der Soldat über Bord ging, ist noch unbekannt. Nach Informationen der Kieler Nachrichten wird gegenwärtig ein Fremdverschulden ausgeschlossen. Die Schwimmweste wurde an Bord unbenutzt gefunden.

Die Fregatte "Sachsen" befindet sich auf einer mehrmonatigen Auslandsreise, zu der sie am 9. Oktober vom Heimathafen Wilhelmshaven aus aufgebrochen war. Zunächst hatte das Schiff Häfen im Mittelmeer besucht und dann Kurs auf Norwegen genommen. 

Mission in der Ostsee

In Kiel wollte Fregattenkapitän Jörg Maier seiner Besatzung an diesem Wochenende etwas Erholung und Landgang genehmigen. Anschließend sollte die Fregatte zu einer Mission in die Ostsee auslaufen. Die Rückkehr in den Heimathafen war eigentlich erst am 18. Dezember erwartet.

Ob diese Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt, ist noch unklar. Zunächst wird das Schiff im Heimathafen festmachen. In Wilhelmshaven sollen am Sonnabend Seelsorger und Beamte der Polizei und der Bundeswehr an Bord kommen. Der Fall wird gemäß der Vorschriften untersucht.

Die Fragtte "Sachsen" gehört zu den drei Schiffen Klasse 123, die zwischen 2004 und 2006 in Fahrt kamen. Die Einheiten sind die modernsten Lenkwaffenfregatten der Marine.

Frank Behling

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