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Panorama Suchtexperte fordert schärfere Kontrollen gegen Komasaufen
Nachrichten Panorama Suchtexperte fordert schärfere Kontrollen gegen Komasaufen
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12:06 04.08.2009
Suchtexperte fordert ein nächtliches Verkaufsverbot von Alkohol an Tankstellen. Quelle: Kris Finn
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„Es ist ein Problem, dass Alkohol rund um die Uhr verfügbar ist“, sagte er am Dienstag im ddp-Interview. Nachts werde Hochprozentiges überwiegend von Jugendlichen gekauft, die bereits angetrunken oder betrunken seien und keine Vorräte mehr hätten. Zudem befürwortet Gaßmann jugendliche Testkäufer, um Betriebe, die gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen, aufzuspüren.

Laut offiziellen Angaben wurden 2007 über 23 000 Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftung in Krankenhäuser eingeliefert. 2000 waren es noch rund 9500 Fälle. Gaßmann zufolge ist der Alkoholkonsum pro Kopf in Deutschland in den vergangenen Jahren stabil bei rund zehn Litern reinen Alkohol pro Jahr. Das sei „eine brutal hohe Zahl“. Die sogenannten Vieltrinker kämen sogar auf Mengen von teilweise mehr als 100 Liter pro Jahr.

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Das Komasaufen sei nicht nur bei Jugendlichen, sondern auch bei älteren Menschen zu beobachten, sagte Gaßmann. „Das Freizeitverhalten hat sich verändert. Ganz Deutschland ist eine Partyzone geworden und das ist immer verbunden mit Alkohol“, sagte der Suchtexperte. Besonders an den Wochenenden werde gezielt nachgeholt, auf was unter der Woche verzichtet wurde.

Gaßmann forderte zudem eine höhere Steuer auf Alkohol. „Daraus muss ein fester Anteil in die Prävention und Therapie gehen“, sagte er. Zudem müssten auch die Produzenten an den Kosten beteiligt werden.

ddp