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Panorama Tatverdächtiger gesteht Mord an Corinna
Nachrichten Panorama Tatverdächtiger gesteht Mord an Corinna
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16:11 02.08.2009
Die Polizei hat den Mörder der neunjährigen Corinna offenbar gefasst. Quelle: Jens Schlueter/ddp
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Der 39-jährige habe die Tat bei Vernehmungen in der Nacht zum Sonntag zugegeben, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Hans Strobel am Sonntag im sächsischen Eilenburg. Am Sonntagnachmittag sei ein Haftbefehl wegen sexuellen Missbrauchs, Vergewaltigung und Mord erlassen worden. Der Mann sei bereits vorbestraft, aber nicht wegen Sexualdelikten. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft.

Nach Angaben von Sachsens Polizeipräsident Bernd Merbitz ist der arbeitslose Tatverdächtige wegen Brandstiftung vorbestraft, wegen Sexualstraftaten bislang jedoch nicht auffällig geworden. Der Anwältin von Corinnas Familie zufolge kannten die Eltern den Mann offenbar nicht.

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Seit dem Beginn der Suche nach Corinna waren bei der Polizei 164 Hinweise zu der Tat eingegangen. Vier davon hätten die Ermittler auf die Spur des Festgenommenen geführt, sagte der Chef der Polizei Westsachsen, Jürgen Georgie. Ein Zeuge habe den Mann zusammen mit dem Mädchen gesehen, einem anderem sei dessen „ungewöhnliches Verhalten“ aufgefallen. Am Samstagnachmittag sei ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eröffnet worden, am Abend dann wurde er laut Polizei in seiner Wohnung aufgesucht. Der Mann habe dabei unter Alkoholeinfluss gestanden, sei aber vernehmungsfähig gewesen, sagte Merbitz.

Die Ermittlungen in dem Fall sind aber noch nicht abgeschlossen. Seit der Festnahme des Mannes am späten Samstagabend sei der Fundort der Leiche am Mühlgraben in Eilenburg erneut abgesperrt worden, sagte Georgie. Dort würden jetzt Spuren gesichert, um das Geständnis des Mannes abzusichern. Rund 120 Polizisten hätten an der Aufklärung des Falls gearbeitet.

Corinna hatte am Dienstag (28. Juli) ihr Elternhaus in Eilenburg verlassen, um spielen zu gehen. Als sie um 18.00 Uhr nicht wie verabredet wieder zu Hause war, verständigten die Eltern wenig später die Polizei. Eine großangelegte Suche mit Hubschrauber und Hundestaffel blieb jedoch ohne Erfolg. Am Mittwochnachmittag fanden Einsatzkräfte die Leiche des Mädchens unweit ihres Elternhauses am Ufer eines Seitenarms der Mulde. Die Obduktion ergab, dass Corinna vor ihrer Ermordung vergewaltigt worden war.

ddp/afp