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Panorama Tatverdächtiger im Fall Kassandra erst 14 Jahre alt
Nachrichten Panorama Tatverdächtiger im Fall Kassandra erst 14 Jahre alt
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18:25 03.10.2009
In diesem Abwasserkanal wurde die neunjährige Kassandra gefunden. Quelle: ddp
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Der Junge bestreitet aber, das Mädchen gequält und in den Abwasserkanal geworfen zu haben, in dem es lebensgefährlich verletzt gefunden wurde.

Der aus Velbert stammende Junge war nach den Angaben der Polizei schon länger im Fokus der Ermittler. Er habe Hausverbot in dem Kinder- und Jugendtreff gehabt, in dem Kassandra vor ihrem Verschwinden war. Er habe sich aber dennoch dort am Tattag aufgehalten. Zunächst sei der Teenager deshalb als Zeuge vorgeladen und vernommen worden und habe schon dabei gegenüber der Mordkommission einen für sein Alter verblüffend abgeklärten Eindruck gemacht, sagte ein Polizeisprecher. Außerdem habe er Angaben gemacht, die sich im Nachhinein als widersprüchlich herausgestellt hätten.

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Als dringend tatverdächtig wird der Schüler, der eine Förderschule für sozial- und verhaltensauffällige Kinder besucht, aber erst seit Freitag geführt. Da habe das Landeskriminalamt bei einer Untersuchung Fasern an der Kleidung des 14-Jährigen nachgewiesen, die auch an Kassandras Kleidung und einem Tatwerkzeug gefunden wurden. Der Staatsanwalt habe deshalb noch am Freitag Haftbefehl wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung gegen den Jugendlichen beantragt. Dieser sei dann am Freitagabend in der Wohnung seiner Eltern festgenommen worden, am Sonnabend sei ihm der Haftbefehl vom Ermittlungsrichter eröffnet und der Jugendliche in Untersuchungshaft genommen worden.

Wie der Polizeisprecher sagte, bestreitet der Jugendliche die Tat. Darüber hinaus lehne er jede weitere Aussage ab. Aufgrund der Umstände, dass Zeugen den Jungen in dem Jugendtreff gesehen haben und seine Faserspuren nachgewiesen wurden, gehen die Ermittler aber von seiner Täterschaft aus, sagte der Polizeisprecher. Dennoch suche die Polizei noch nach weiteren Hinweisen.

Der Jugendliche hatte der Polizei zufolge seit längerem in dem Spieltreff Kassandras Hausverbot. Er sei dort früher wiederholt zu den Treffpunkten für die acht- bis zwölfjährigen Kinder gekommen und habe sich dort in einer Weise gegenüber den Kindern verhalten, dass sich die Leitung zu dem Verbot entschlossen habe. Was genau der Junge gemacht hat, konnte der Polizeisprecher nicht sagen. Kassandra und ihr mutmaßlicher Angreifer kannten sich demnach über ihre Geschwister auch persönlich.

Kassandra selbst wurde zunächst nicht mit der Festnahme des Jungen konfrontiert oder zu diesem befragt. Zunächst stehe ihre weitere Gesundung im Vordergrund, sagte der Polizeisprecher. Ein Polizeispürhund hatte das Kind Mitte September nach einer groß angelegten Suchaktion lebensgefährlich verletzt in einem mit einem Gullideckel verschlossenen Kanalschacht in der Nähe ihres Elternhauses aufgespürt. Hätte Kassandra noch einige Zeit länger in dem Schacht gelegen, wäre sie gestorben. Der mysteriöse Fall hatte deutschlandweit für Entsetzen gesorgt.

afp

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