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Panorama Kälter als am Südpol
Nachrichten Panorama Kälter als am Südpol
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20:19 07.01.2014
Warten auf den Bus: Cecil Donaby aus Detroit hat sich warm eingepackt. Quelle: dpa
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New York/Berlin

Während inzwischen mehr als die Hälfte der USA unter der heftigsten Kältewelle seit etwa 20 Jahren leidet, zeigt sich der Januar in Deutschland weiterhin so mild wie selten. Die lähmende arktische Kaltfront ließ am Dienstag mehr als 180 Millionen Amerikaner vom Mittleren Westen bis zum Nordosten bibbern. Der Wetterdienst warnte vor "bitterkalten Temperaturen in den östlichen zwei Dritteln des Landes". New York erlebte einen heftigen Temperatursturz. Auch Südstaaten wie Florida, Louisiana und Mississippi bereiteten sich auf eisige Temperaturen vor. In Deutschland dagegen herrscht milde Luft. Fast frühlingshafte Temperaturen von bis zu 15 Grad sagte der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Mittwoch voraus.

Am Wochenende fegen eisige Winde über die USA.

Selbst in Nordskandinavien, wo zu dieser Jahreszeit eher zweistellige Minusgrade üblich sind, gab es Plusgrade. Die Extremwetterlagen haben etwas miteinander zu tun: "solange die Amerikaner frieren, werden wir schwitzen", sagte Andreas Friedrich vom DWD in Offenbach. Verantwortlich sei ein riesiges steuerndes Tief namens "Christina" über dem Nordatlantik. In den USA leiden viele seit Tagen unter gefühlten Temperaturen von teils 50 Grad minus oder noch kälter. Die Weltraumbehörde Nasa sagte einen Raketenstart ab. Ursache für die härteste Kältewelle seit zwei Jahrzehnten ist eine Wetterlage, die eiskalte Luft direkt vom Polarkreis nach Nordamerika strömen lässt.In Europa tobten vor den Küsten Großbritanniens, Spaniens und Portugals weiter schwere Stürme.

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Ausbreitung: Die Millionenmetropole New York erlebte innerhalb von 24 Stunden einen Temperatursturz von milden plus zwölf Grad Celsius auf minus 15 Grad. Die Einwohner wurden gewarnt, dass der heftige Frost gepaart mit eisigen Windböen die sogenannte gefühlte Temperatur ("Windchill-Faktor") auf minus 31 Grad sinken lassen könnte. Der viele Schnee, gerade erst teilweise getaut, sollte zu einer dicken Eisdecke zusammenfrieren. Selbst der Sonnenstaat Florida blieb nicht verschont.

Rekorde USA: Der DWD meldete für einige US-Orte in der Nacht zum Dienstag Tiefsttemperaturen: Minnesota minus 34,4 Grad, Montana minus 32,2 Grad.

Vorbereitung: New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio kündigte an, Streudienst und Transportbehörden seien auf eine Ausnahmesituation eingestellt.In den Neuengland-Staaten warnten die Behörden die Bevölkerung vor beißender Kälte und eisigen Windböen.

Raumfahrt: Nach dem Luftverkehr traf die Kältewelle auch die Raumfahrt. Wie die Nasa mitteilte, wurde der Start des privaten Raumfrachters "Cygnus" zur Internationalen Raumstation ISS wegen der eisigen Temperaturen um mindestens einen Tag, auf frühestens Mittwoch, verschoben.

Tiere: In Chicago ist es so kalt, dass im Lincoln-Park-Zoo selbst Eisbärin Anana in ihrem Gehege nicht nach draußen darf, weil sie nicht so ein dickes Fettpolster wie freilebende Artgenossen habe. In Deutschland trieb dagegen das ungewöhnlich warme Wetter, etwa in Köln, Bienen aus ihren Stöcken.

Sürme im Atlantik: Heftiger Wind und meterhohe Wellen bedrohten am Dienstag weiter Teile der Küsten in Europa, zum Beispiel von Wales und Südengland. Vor allem für die Grafschaft Dorset galten weiter Unwetterwarnungen. An den Atlantikküsten von Portugal und Spanien tobten ebenfalls Stürme - mit Wellen von mehr als zwölf Metern Höhe. Eine Riesenwelle ließ eine Trauerfeier im Badeort Valdoviño im Nordwesten Spaniens zur Tragödie werden: Drei Mitglieder einer Familie, die einem Angehörigen die letzte Ehre erweisen wollten, wurden ins Meer gespült. In der südwestfranzösischen Küstenstadt Biarritz ging die Polizei Hinweisen nach, dass ein Obdachloser von einer Riesenwelle ins Meer gerissen worden sein könnte.

Aussichten: Meteorologen gehen davon aus, dass die Kältewelle mindestens bis Mitte der Woche andauern wird - eher bis zum Wochenende. Für Mittwoch wurden erneut Schneefälle erwartet, die in den vergangenen Tagen bereits Straßen und Flughäfen behindert hatten.

Aussichten in Deutschland: Hierzulande bleibt weiterhin milde Luft. Zwar soll es in der zweiten Wochenhälfte ein bisschen kälter werden, aber eine Änderung der Großwetterlage ist laut DWD frühestens nächste Woche zu erwarten.

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