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Panorama Thüringer Innenminister verteidigt Gefahrenhundeverordnung nach tödlicher Beißattacke
Nachrichten Panorama Thüringer Innenminister verteidigt Gefahrenhundeverordnung nach tödlicher Beißattacke
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12:54 23.05.2010
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Nach wie vor sei es umstritten, ob sogenannte Rasselisten Sinn machten und ob sie die tödliche Hundeattacke hätte verhindern können.

Nach der tödlichen Beißattacke waren erste Rufe nach politischen Konsequenzen lautgeworden. So wurde aus den Reihen von CDU und SPD gefordert, die geltende Praxis in Thüringen zu ändern und eine Liste gefährlicher Hunde zu erarbeiten. Denn die Vorschriften erlaubten es den Behörden, die Haltung gefährlicher Hunde zu verbieten oder deren Halter zur Abgabe des Tieres zu zwingen. Eine Rasseliste, wie sie in den meisten Bundesländern üblich ist, gibt es in Thüringen aber nicht.

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Huber betonte weiter, dass es klar sei, dass man alles Mögliche tun müsse, um solche Vorfälle zu verhindern. Er könne sich deshalb vorstellen, eine Hundehalteprüfung für Hunde ab einer bestimmten Größenordnung einzuführen, und zwar unabhängig der Hunderasse. Damit könne sichergestellt werden, dass der Hundehalter seinen Hund in jeder Lebenssituation beherrsche, fügte er hinzu.

Vier Kampfhunde hatten am Freitag in Oldisleben-Sachsenburg im Kyffhäuserkreis ein dreijähriges Mädchen totgebissen und deren Urgroßmutter schwer verletzt. Die Polizei ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung gegen die 44-jährige Tante des Kindes als Halterin der vier Staffordshire-Mixbull-Terrier.

Hund eingeschläfert

Das Mädchen hatte am Freitagnachmittag mit seiner 70-jährigen Urgroßmutter ihre Tante besucht. Die Hunde waren zu der Zeit auf dem Grundstück in der Nähe der Tante, liefen ins Haus und stürzten sich auf das Kind. Die Urgroßmutter kam dem kleinen Mädchen zu Hilfe, konnte es gegen die vier 30 bis 40 Kilogramm schweren Tiere aber nicht schützen, und wurde dabei schwer verletzt. Sowohl die Uroma als auch das Kind, die im gleichen Dorf wie die Tante lebten, waren nicht das erste Mal zu Besuch im Haus der 44-Jährigen.

Die Tante hatte sich während der Attacke im Garten befunden und nach eigenen Angaben nichts mitbekommen. Erst als ein Hund mit Blutflecken am Hals zu ihr zurückgekehrt war, sei sie misstrauisch geworden. Sie habe dann die Tiere unter ihre Kontrolle gebracht und die Rettungskräfte alarmiert. Diese konnten aber nur noch den Tod des Kindes feststellen. Die Hunde wurden nach dem Vorfall mit Zustimmung der Halterin eingeschläfert.

ap