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Panorama Touristen bekommen eigenen Weltraumflughafen in New Mexico
Nachrichten Panorama Touristen bekommen eigenen Weltraumflughafen in New Mexico
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13:00 17.10.2011
Von Marina Kormbaki
Spaceship für die Weltraumreise. Quelle: dpa
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New Mexico

Statt Linienflüge bietet das Raumfahrtunternehmen suborbitale Flüge in Höhenregionen an, die bislang nur wenig Menschen bereist haben. Startpunkt ist der Weltraumflughafen Spaceport America im US-Bundesstaat New Mexico.

Dort treten Ingenieure, Astronauten und Sandwichschmierer heute den Dienst an; nach jahrelangen Planungs- und Finanzierungsquerelen wird nun die hufeisenförmige Anlage im staubigen Süden New Mexicos eröffnet. Wann allerdings der erste „Spaceship Two“-Flieger mit Touristen an Bord abhebt, ist noch nicht ausgemacht. Irgendwann im Laufe der nächsten zwei Jahre soll es so weit sein.

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Reservierungen werden aber schon entgegengenommen, schließlich ist so ein Flug in die Schwerelosigkeit keine Last-Minute-Angelegenheit, sondern will von langer Hand geplant sein: Vor dem Abheben in 110 Kilometern Höhe müssen sich Hobbyastronauten allerlei medizinischen Untersuchungen unterziehen. Zudem haben sie ein dreitägiges Training zu absolvieren, das im Umgang mit schwankenden Gravitationskräften schult.

Trotzdem: An Interessenten mangelt es nicht. 430 Buchungen sind bei Virgin Galactic bislang eingegangen, davon immerhin elf aus Deutschland. Und mit dabei ist nach Angaben des deutschen Luxusreisenanbieters Designreisen, der hierzulande die Spacetrips vermarktet, auch der einstige CDU-Bundestagsabgeordnete und jetzige Autor Jürgen Todenhöfer. Der Mann sucht das Abenteuer, seine jüngsten Reiseberichte handeln von unwirtlichen Gegenden in Afghanistan und im Irak.

Der Komplettpreis für den Trip ins All beläuft sich auf 200 000 US-Dollar, rund 144 000 Euro. Trainingseinheiten und Hotelaufenthalt am Flughafen sind im Preis inbegriffen, der schnöde Flug von Deutschland nach New Mexico aber nicht. Die Dauer des Weltallfluges mit mehrfacher Überschallgeschwindigkeit beträgt zweieinhalb Stunden – davon sind vier Minuten für den Blick auf die Erde vorgesehen. Umwerfend wird der wohl nicht ausfallen, da die Reisenden in dieser Flugphase schwerelos im Spaceship umherschwirren dürfen, bevor sie wieder ihre Sitzplätze einnehmen und die Sicherheitsgurte anlegen müssen.

Jedem Fluggast ist ein Fensterplatz garantiert, Billigplätze am Gang sind nicht vorgesehen, lästige Rempeleien bleiben den Himmelsstürmern also erspart. Wobei allerdings auch kein Anlass bestehen dürfte, während des Fluges den Sitzplatz zu verlassen: Toiletten gibt es an Bord des „Spaceship Two“ keine.