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Panorama Tropensturm bedroht Kampf gegen Ölpest im Golf von Mexiko
Nachrichten Panorama Tropensturm bedroht Kampf gegen Ölpest im Golf von Mexiko
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09:10 27.06.2010
Im Golf von Mexiko strömen täglich Millionen Liter Öl ins Meer, seit dort am 20. April die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ des britischen Ölkonzerns BP explodiert und kurz darauf gesunken ist. Quelle: afp
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Der Tropensturm „Alex“ bedroht die Bemühungen im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko. Zwar dürfte das Unwetter nicht direkt über das Katastrophengebiet hinwegziehen, wie das US-Hurrikanwarnzentrum NHC am Samstag (Ortszeit) mitteilte. Dennoch könnten starke Winde und hohe Wellen in den nächsten Tagen die Anstrengungen zur Reinigung und zum Auffangen des weiterhin auslaufenden Öls massiv behindern.

Das Zentrum des ersten Tropensturms der diesjährigen Saison befand sich in der Nacht zum Sonntag (MESZ) etwa 50 Kilometer östlich von Belize. In ihm wurden Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Kilometer pro Stunde gemessen. Es wurde erwartet, dass der Sturm noch im Tagesverlauf auf Land trifft und sich mit heftigen Regenfällen über die mexikanische Halbinsel Yucatan hinwegbewegt. Die Öl-Konzerne BP und Shell haben bereits mit der Räumung ihrer Bohrplattformen im Golf von Mexiko begonnen. Nach einem Bericht des Nachrichtensenders CNN holte Shell rund 300 Arbeiter von den Plattformen. Ähnliche Vorkehrungen traf auch BP.

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Wenn er seine Richtung beibehalte, werde „Alex“ bei seinem Weg über den Golf von Mexiko nicht direkt über das Katastrophengebiet hinwegziehen, teilte das NHC mit. Allerdings könnten durch den Sturm verursachte Wellen Probleme bereiten. Zudem könnten starke Winde den Ölschlick schneller an die Küste treiben.

Küstenwache-Admiral Thad Allen, den die US-Regierung zum Krisenkoordinator ernannt hat, warnte vor einem Wetterumschwung. „Das Wetter ist unberechenbar und wir müssen mit einer plötzlichen Änderung in letzter Minute rechnen“, sagte er vor Journalisten. Sollte „Alex“ doch das Katastrophengebiet treffen, könne dies eine zwei Wochen lange Zwangspause für die Auffangarbeiten des Öls bedeuten.

Im Golf von Mexiko strömen täglich Millionen Liter Öl ins Meer, seit dort am 20. April die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ des britischen Ölkonzerns BP explodiert und kurz darauf gesunken ist. Entlang der Küste im US-Bundesstaat Louisiana demonstrierten Aktivisten am Samstag gegen weitere Ölbohrungen und für die Nutzung sauberer Energien. Gouverneur Bobby Jindal rief den Sonntag zum „Tag des Gebets für Ausdauer während der Ölkrise“ aus.

Der britische Premierminister David Cameron warnte am Rande des G-8-Gipfels vor einer „Zerstörung“ des Ölkonzerns BP, den die Ölpest Milliarden von Dollar kostet. Der neue Londoner Regierungschef betonte zugleich, es sei „in unser aller langfristigem Interesse“, „Klarheit“ über die Gesamtkosten für BP zu erlangen. Mit US-Präsident Barack Obama verständigte er sich darauf, dass der Konzern ein „starkes und stabiles Unternehmen“ bleiben, seinen Pflichten bei den Rettungsarbeiten und Entschädigungszahlungen aber nachkommen müsse.

dpa/afp