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Panorama Satellit sah Hitzeblitz vor Airbus-Absturz
Nachrichten Panorama Satellit sah Hitzeblitz vor Airbus-Absturz
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19:51 03.11.2015
Bei dem Absturz des Airbus 321 in Ägypten starben 224 Menschen. Ermittler haben jetzt neue Hinweise zur Ursache des Unglücks gefunden. Quelle: EPA/MAXIM GRIGORIEV / RUSSIAN EMERGENCY MINISTRY
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Moskau/Washington

Nach dem Absturz des russischen Passagierflugzeugs über Ägypten sind Ermittler auf einen neuen Hinweis gestoßen. Kurz vor der Katastrophe habe der Flugschreiber ungewöhnliche Geräusche an Bord aufgezeichnet, meldete die Agentur Interfax am Dienstag. Zuvor habe es noch normale Gespräche zwischen Piloten und Lotsen gegeben – ohne jeden Hinweis auf Unregelmäßigkeiten.

Die Agentur bezog sich auf informierte Kreise in Kairo, wo die Flugschreiber nach dem Absturz vom Samstag mit 224 Toten ausgewertet werden. Nach Einschätzung russischer Behörden war der Airbus A321 auf dem Weg von Scharm el Scheich nach St. Petersburg bereits in der Luft zerbrochen. Die Rumpfteile auf der Sinai-Halbinsel weisen russischen Angaben zufolge keine Beschädigung von außen auf.

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US-Satellit zeigt Hitzeblitz bei Airbus-Absturz

Auch US-Sicherheitsexperten haben nach der Analyse von Satellitenfotos ausgeschlossen, dass die Maschine abgeschossen worden sein könnte. Das berichtet der US-Nachrichtensender CNN. Demnach registrierte ein Satellit des US-Militärs eine ungewöhnliche Wärmeausstrahlung über dem Unglücksgebiet. Der Hitzeblitz deute auf ein "katastrophales Ereignis" während des Fluges hin, zitierte CNN US-Regierungsvertreter.

Ein Bombenanschlag sei eine mögliche Unglücksursache, allerdings könnte auch ein Triebwerk explodiert oder an Bord ein Feuer ausgebrochen sein, berichtete der Sender unter Berufung auf seine Quellen. Einen Abschuss durch eine Rakete hätten die US-Geheimdienste aber ausgeschlossen, hieß es.

Absturz über dem Sinai: Was wir bisher wissen

Drei Tage nach dem Absturz des russischen Ferienfliegers über dem Sinai sind deshalb noch viele Fragen offen. Bisher sind folgende Punkte sicher:

  • Flug KGL 9268 der sibirischen Fluggesellschaft Kolavia stürzte am Samstagmorgen kurz nach dem Start in Scharm el Scheich in einer Wüstengegend der ägyptischen Sinai-Halbinsel ab.
  • Die Maschine verlor in weniger als einer Minute massiv an Geschwindigkeit und sackte abrupt ab. Alle 224 Insassen starben.
  • Die Trümmer sind laut russischen Behörden über eine große Fläche verteilt. Dies könnte auf ein Zerbrechen in der Luft hindeuten.
  • Es scheint entgegen ersten Berichten bis zum Unglück keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten gegeben zu haben. Auch das Wetter war gut.

Dagegen ist unklar:

  • Ermittlerkreise berichten von ungewöhnlichen Geräuschen, die die Flugschreiber aufzeichneten. Worauf diese hindeuten, blieb zunächst offen.
  • War der Airbus 321 in Ordnung? Die Fluggesellschaft Kolavia bestätigt das. Russische Medien sprechen dagegen davon, dass die 18 Jahre alte Maschine bei einer Landung in Kairo 2001 beschädigt worden sei. Trotz der Reparatur sei eine Schwachstelle geblieben.
  • Welche Rolle spielt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS)? Stunden nach dem Absturz war im Internet ein Bekennerschreiben im Namen des Islamischen Staates (IS) aufgetaucht. Der Wahrheitsgehalt wurde aber von verschiedenen Seiten bezweifelt.
  • Wenn US-Sicherheitsexperten nach der Analyse von Satellitenfotos ausschließen, dass die Maschine abgeschossen worden sein könnte – ist es dann ein Widerspruch, wenn US-Satelliten zum Zeitpunkt des Absturzes einen Hitzeball über dem Sinai verzeichnet haben?

dpa/afp

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