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Panorama Umweltministerium: Keine Gefahr durch Atom-Partikel
Nachrichten Panorama Umweltministerium: Keine Gefahr durch Atom-Partikel
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07:40 12.08.2010
Die Brände in Russland wüten weiter.
Die Brände in Russland wüten weiter. Quelle: dpa
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Angesichts der gegenwärtigen Wetterlage besteht nach Informationen der „Frankfurter Rundschau“ derzeit keine Gefahr, dass durch die Waldbrände in Russland freigesetzte, radioaktiv verseuchte Partikel nach Deutschland gelangen. Messungen des Bundesamtes für Strahlenschutz hätten bislang keine erhöhten Werte ergeben, sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums dem Blatt (Donnerstagsausgabe). Es sei auch nicht zu befürchten, dass es zu größeren Belastungen kommen werde, sollten dennoch verseuchte Stoffe nach Deutschland gelangen.

Für besondere Strahlenschutzvorkehrungen gebe es derzeit keinen Anlass, sagte der Sprecher. Die Gefahr radioaktiver Verschmutzung sei äußerst gering. Diese Einschätzung teilen auch die französischen und belgischen Atom-Behörden in aktuellen Analysen, die der „FR“ nach eigenen Angaben vorliegen.

Deutsche Strahlenschützer müssen sich bei ihrer Arbeit bislang auf die Informationen aus Russland verlassen. Die Moskauer Atom-Behörde habe dazu wie in solchen Fällen üblich die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) in Wien kontaktiert und einen kurzen Lagebericht geschickt, heißt es in dem Bericht weiter. Darin heiße es, die Gefahr radioaktiver Kontaminierung bestehe auch dann nicht, wenn sich die Situation unerwartet verschärfen sollte.

Die Wald- und Torfbrände in Russland haben inzwischen auch die von der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl verseuchten Gebiete erreicht. In ganz Russland habe es seit Juli auf rund 3900 Hektar als radioaktiv verseucht eingestuftem Land gebrannt, teilte die russische Waldschutzbehörde am Mittwoch mit. Dies weckte Ängste vor einer möglichen Verbreitung radioaktiv verseuchter Partikel quer über Europa.

Die nationale Waldschutzbehörde warnte außerdem davor, in Panik auszubrechen. „Aus unserer Sicht ist die Gefahr nicht allzu groß“, sagte der stellvertretende Behördenchef Wassili Tusow. Die Strahlenwerte würden ständig überwacht. Insgesamt seien Brände auf etwa 0,3 Prozent der kontaminierten Fläche Russlands registriert worden. 90 Prozent davon seien innerhalb von ein, zwei Tagen gelöscht worden.

In der Bevölkerung der betroffenen Regionen halten sich allerdings Zweifel darüber, ob die Behörden die volle Wahrheit sagen. Wegen einer seit Wochen andauernden Gluthitze und extremen Trockenheit lodern in Russland noch immer Hunderte Feuer. Am Mittwochabend wurde im Gebiet Swerdlowsk am Ural erneut ein ganzes Dorf von den Flammen verschlungen. Menschen starben nicht.

Die Einsatzkräfte bekommen die Lage seit Wochen nicht in den Griff. Die Leiter der Kernforschungsanlage in Sarow, Walentin Kostjukow, warnte nach ersten Löscherfolgen davor, die Einheiten und Technik des Zivilschutzministeriums abzuziehen. In den Wäldern um die Stadt brenne es weiter lichterloh, sagte er. Die Feuerwalze drohe jeden Moment, wieder auf die Gelände der Anlage überzugreifen.

afp/dpa

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