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Panorama „Unter den Linden“ verliert die Linden
Nachrichten Panorama „Unter den Linden“ verliert die Linden
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22:22 15.02.2012
Kahlschlag auf der Flaniermeile: In Kürze wird hier 20 Meter tief ausgeschachtet. Quelle: dpa
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Berlin

Zumindest die Mittelpromenade zwischen Komischer Oper und Staatsbibliothek wird ihrem Namen dann nicht mehr gerecht: Dort werden am Donnerstag alle Bäume der Kettensäge zum Opfer gefallen sein.

Der Kahlschlag ist nötig, weil Bauarbeiter in Höhe Friedrichstraße sich bis zu 20 Meter tief in die Erde graben müssen. Unter der bestehenden U-Bahn-Linie 6 sollen neue Schienenstränge und Haltepunkte entstehen, damit die U5 künftig vom Alexanderplatz über das Brandenburger Tor zum Hauptbahnhof fahren kann. Der zukünftige Kreuzungsbahnhof „Unter den Linden“ soll im Juli 2019 seinen Betrieb aufnehmen. Nach den Plänen der Berliner Verkehrsbetriebe werden dann täglich etwa 150.000 Fahrgäste die Linie 5 nutzen – deren Ausbau rund 433 Millionen Euro kosten soll.

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Einen Bruchteil davon machen die Linden auf Berlin Flaniermeile aus. „Wir haben den Wert eines jeden Baumes ermittelt und dem Bezirk Mitte den Gesamtbetrag überwiesen, damit er später neue Linden pflanzen kann“, sagt Petra Reetz, Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe. Die Schätzungen hätten Beträge zwischen 1500 Euro und 3000 Euro ergeben – je nach Größe und Zustand der Bäume. Das Geld habe der Bezirk Mitte bereits erhalten. Es ist zweckgebunden und muss somit in die Wiederaufforstung der Flaniermeile investiert werden.

Dort, wo heute allenfalls noch die Stümpfe von den etwa 60 Jahre alten Linden zeugen, sollen später acht und zehn Jahre alte Kaiserlinden gepflanzt werden.
Die Allee hat eine lange Geschichte: Im Jahr 1647 sollen die ersten Linden am damaligen Reitweg gesetzt worden sein. 1936 wurden anlässlich der Olympischen Spiele schließlich einheitliche Silberlinden gepflanzt. Von diesem Jahrgang sind nur noch fünf Bäume erhalten.

Sören Hendrik Maak

15.02.2012
14.02.2012