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Panorama Unversehrter Keller unter Kölner Stadtarchiv entdeckt
Nachrichten Panorama Unversehrter Keller unter Kölner Stadtarchiv entdeckt
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17:41 19.04.2009
Ein Schild in der Nähe der Einsturzstelle des Historischen Stadtarchiv.
Ein Schild in der Nähe der Einsturzstelle des Historischen Stadtarchiv. Quelle: Philipp Gülland/ddp
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Wie die Stadtverwaltung am Sonntag mitteilte, wurden die Funde am Freitag gemacht. Im sogenannten Bibliothekskeller unter dem Lesesaal sowie im südlichen Teilbereich des Magazinkellers befinden sich den Angaben zufolge insgesamt rund 1200 Regalmeter Archivgut. Die Leiterin des Historischen Archivs, Bettina Schmidt-Czaia, hofft nun, einen wesentlichen Teil des Archiv- und Bibliothekbestandes Anfang der Woche unversehrt bergen zu können.

Der Rückbau des hinteren Archivteils sollte ursprünglich bis zum Ende der Osterferien abgeschlossen sein. Nachdem die intakten Kellerbereiche entdeckt wurden, entschied die Stadtverwaltung, vor Abschluss der Rückbauarbeiten zunächst das Archivgut in den Kellerbereichen zu bergen. Die hierfür notwendigen vorbereitenden Arbeiten sind inzwischen nahezu abgeschlossen. Die Bergungsarbeiten werden zu Beginn der neuen Woche durchgeführt, so dass der Abschluss der Rückbau- und Verfüllarbeiten Mitte der Woche erfolgen kann. Alle Beteiligten seien bemüht, den Betrieb einer nahe gelegenen Schule durch die anstehenden Bergungs- und Bauarbeiten so wenig wie möglich zu stören, hieß es.

Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) hatte sich am Samstag ein Bild über den aktuellen Stand der Bergungsarbeiten am Waidmarkt gemacht. Dabei unterstützte er die Helfer bei den Sortierarbeiten. „Ich weiß nun aus eigener Erfahrung, wie Kräfte zehrend und körperlich hart die Arbeit in den Trümmern ist. Was die Helfer seit dem Einsturz leisten, verdient unsere größte Anerkennung. Glücklicherweise werden ihre Mühen immer wieder durch die Funde wertvoller, teilweise unversehrter Archivalien belohnt.“

Der Einsturz des Stadtarchivs könnte laut einem Medienbericht einen „Schaden in Höhe von einer Milliarde Euro“ verursacht haben. Wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ meldet, stammt diese erste Schätzung von Matthias Vollstedt, dem für Verkehr zuständigen Hauptdezernenten bei der Bezirksregierung Düsseldorf. Seine 50-köpfige Abteilung hat seit 2004 die Bauarbeiten der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) insgesamt 26 Mal überprüft.

Wenn die Prognosen stimmen, würden die Folgen des Unglücks laut „Focus“ die Summe der Baukosten der vier Kilometer langen U-Bahn-Trasse in Höhe von 950 Millionen Euro übertreffen. Wer die Kosten trägt, hängt vom Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ab.

Beim Einsturz des Stadtarchivs und zweier benachbarter Gebäude waren am 3. März zwei Männer im Alter von 17 und 24 Jahren ums Leben gekommen. Ein Wassereinbruch in die U-Bahnbaustelle am Stadtarchiv gilt als wahrscheinlichste Unglücksursache.

ddp