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Panorama Unwort des Jahres 2010 heißt „alternativlos“
Nachrichten Panorama Unwort des Jahres 2010 heißt „alternativlos“
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11:38 18.01.2011
Das Unwort des Jahres 2010 heißt alternativlos. Quelle: dpa
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Das Unwort des Jahres 2010 heißt „alternativlos“. „Das Wort suggeriert sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe“, sagte der Sprecher der Unwort-Jury, Horst Dieter Schlosser, am Dienstag in Frankfurt.

„Behauptungen dieser Art sind 2010 zu oft aufgestellt worden, sie drohen, die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung zu verstärken.“ Das Wort habe zunächst Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Begründung der Griechenlandhilfe gebraucht.

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Außerdem kritisierte die Jury das Wort „Integrationsverweigerer“. Das von Bundesinnenminister de Maizière in Umlauf gebrachte Wort verbreitetet laut Schlosser die Unterstellung, dass Migranten in größerem Umfang selbst ihre Integration verweigerten. „Dass für eine solche Behauptung noch immer eine sichere Datenbasis fehlt und dass der Staat seinerseits für die Integration noch zu wenig tut, wird in den entsprechenden Debatten meist ausgeblendet“, so der Jury-Sprecher.

Die Wahl eines „Unworts des Jahres“ erfolgte seit 1991 zum 20. Mal. 1.123 Einsender aus dem In- und Ausland hatten sich mit 624 verschiedenen Vorschlägen an der Auswahl beteiligt.

Auch ein Börsen-Unwort des Jahres 2010 gab die Jury bekannt. Es lautet „Euro-Rettungsschirm“. Die Juroren kritisierten die „Wortwahl und Wortbildung, die falsche, sogar illusionäre Assoziationen wecken könnten“. Finanztechnisch handele es sich eher um eine „Notkreditlinie auf Zeit“.

red/dpa

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