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Panorama Urlauber können in Europa fast überall bedenkenlos baden gehen
Nachrichten Panorama Urlauber können in Europa fast überall bedenkenlos baden gehen
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20:21 10.06.2010
Quelle: Screenshot
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Die Qualität der Badegewässer in Europa ist im vergangenen Jahr minimal schlechter geworden, dennoch sind sie um ein Vielfaches sauberer als noch vor 20 Jahren. Das ergab der gestern in Brüssel vorgestellte Bericht der Europäischen Kommission und der Europäischen Umweltagentur. 95 Prozent der 13741 gemeldeten Badestrände entlang der Küsten entsprechen den Mindestvorschriften. 2008 lag der Anteil noch bei knapp 98 Prozent. Die Binnengewässer, wo Verunreinigungen durch städtisches Abwasser häufiger auftreten, sind nicht ganz so sauber. Von den 6867 Badestellen an Seen und Flüssen können 90 Prozent bedenkenlos angesteuert werden. Im Jahr zuvor waren es 93 Prozent gewesen.

„Solche jährlichen Schwankungen waren in den vorangegangenen Jahren nicht ungewöhnlich“, sagte der slowenische EU-Umweltkommissar Janez Potocnik bei der Vorstellung des Berichts. Er verwies darauf, dass strenge Regeln zum Kläranlagenbau, die bis 2015 umgesetzt werden müssen, die Wasserqualität noch einmal deutlich verbessern werde. Und er verwies auf den langfristigen Trend. So waren die entsprechenden Werte 1990 noch deutlich schlechter. Damals konnte an der Küste nur an acht von zehn und im Landesinnern lediglich an der Hälfte der Badeplätze mit sauberem Wasser gerechnet werden.

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Wer in Deutschland Urlaub macht, kann mit überdurchschnittlich guten Werten rechnen. Hier werden die Mindestvorschriften jeweils fast hundertprozentig eingehalten. Lediglich der Oberdigisheimer Stausee in Baden-Württemberg, das Freibad Barbis im niedersächsischen Bad Lauterberg sowie der Wurlsee und der Wusterwitzer See in Brandenburg fielen durch. Die noch freiwilligen strengeren Grenzwerte bei den physikalischen, chemischen und biologischen Parametern, die die Forscher messen, sind bei 81 Prozent der Gewässer erfüllt. Deutschland ist zudem eines von 14 Ländern, die bereits im vergangenen Jahr nach neuen Kriterien gemessen haben, die den jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen. Daneben sind dies Dänemark, Finnland, Luxemburg, Malta, die Niederlande, die Slowakei, Spanien, Schweden, Ungarn, Zypern und die drei baltischen Staaten.

Zwei Prozent der Badestellen, also rund 400 Plätze, mussten vergangenes Jahr wegen Verschmutzung ganz gesperrt werden – die meisten davon in Italien. Das erklärt die EU-Kommission allerdings damit, dass die Regierung in Rom die gesamte Küste potenziell als Badegewässer deklariert habe und Abschnitte etwa um Häfen herum sperre. Allerdings liegt Italien, das freilich die meisten Strände aufweist, auch bei der Zahl derjenigen weit vorn, die den Mindestanforderungen nicht genügen. 56 entsprachen den Kriterien nicht – wegen der langen Küstenlinie macht dies allerdings nur ein Prozent aller Strände aus. Bedeutend höher liegt diese Quote der ungenügend sauberen Gewässer in Polen (13,7 Prozent), Belgien (8,7 Prozent), den Niederlanden (7,1 Prozent). Dänemark (5,6 Prozent) sowie Frankreich (3,9 Prozent).

Wer sich vor dem Urlaub genau erkundigen will, wie die Wasserqualität an bestimmten Seen oder Flüssen ist, kann dies anhand einer interaktiven Europakarte im Internet tun. Dort kann in jede beliebige Region hineingezoomt werden. Badeplätze sind mit verschiedenfarbigen Punkten markiert, Rot steht für verschmutztes Wasser.

Christopher Ziedler