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Panorama Vater unter Mordverdacht nach Feuertod dänischer Mädchen
Nachrichten Panorama Vater unter Mordverdacht nach Feuertod dänischer Mädchen
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17:08 26.08.2011
Zwei dänische Mädchen verbrannten in einem brandenburgischen Wald in einem Auto. Quelle: dpa
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Potsdam/Börnicke

Knapp zwei Wochen nach dem Feuertod zweier dänischer Mädchen steht jetzt der Vater unter Mordverdacht. Wegen dringenden Tatverdachts wurde Haftbefehl gegen den 40-jährigen Dänen erlassen, wie Tom Köpping von der Staatsanwaltschaft Potsdam am Freitag mitteilte. Ein toxikologisches Gutachten habe den Tatverdacht gegen den Vater der neun und zehn Jahre alten Mädchen erhärtet. Nach der Expertise waren die Kinder bei Ausbruch des Brandes mit Schlafmitteln betäubt, wie der Sprecher weiter sagte.

Als Tatmotiv werden familiäre Streitigkeiten vermutet. Dänische Zeitungen hatten berichtet, dass zwischen den getrennt lebenden Eltern ein Sorgerechtsstreit toben soll.

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Der Vater hatte die Ermittler vor zwei Wochen selbst zu seinem ausgebrannten Kleinwagen in einem Waldstück nahe der Autobahn 24 bei Börnicke in Brandenburg geführt, in dem die verkohlten Leichen seiner Kinder lagen.

Der 40-Jährige wurde bei dem Brand selbst schwer verletzt. Ein Richter verkündete dem Verdächtigen den Haftbefehl wegen zweifachen Mordverdachts am Freitag im Unfallkrankenhaus Berlin.

Die Obduktion der Kinderleichen ergab, dass die Mädchen bei lebendigem Leib fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannten. Ihre Identität sei inzwischen „rechtssicher“ geklärt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Danach handelt es sich um die neunjährige Line Sofie und ihre ein Jahr ältere Schwester Marlene Marie. Sie waren auf der Rückreise von einem Deutschland-Urlaub.

In einer ersten Vernehmung vor einer Woche hatte der Vater gesagt, es sei ein Unfall gewesen. Er habe nichts mit dem Tod seiner Töchter zu tun. Das toxikologische Gutachten kam nun zu einem anderen Schluss. Die Rekonstruktion des Geschehens habe „erhebliche Zweifel“ an der Unfallversion des Vaters aufkommen lassen, sagte Köpping.

Laut Staatsanwaltschaft sollen die Ermittlungen gegen den 40-Jährigen in zwei bis drei Monaten abgeschlossen sein. Anklage gegen den dänischen Staatsbürger solle in Deutschland erhoben werden. Es gelte das Tatort-Prinzip, hieß es.

Der Vater wird laut Staatsanwaltschaft von zwei Polizeibeamten am Krankenbett bewacht. Anfang nächster Woche soll er entweder in ein Haftkrankenhaus oder in eine Justizvollzugsanstalt überstellt werden, hieß es. Medizinisch gebe es keine Bedenken gegen eine Verlegung, sagte Krankenhaussprecherin Angela Kijewski.

dpa

26.08.2011
26.08.2011